Mit Google AdWords die Google AdSense-Einnahmen steigern – geht das überhaupt?

Jeder Google AdSense-Publisher kennt den monatlichen Optimierungsbericht, in dem unter anderem auch mal so schlaue Hinweise stehen, wie: „Steigern Sie mit Hilfe von Google AdWords Ihre Google AdSense-Einnahmen“.

Der Satz ist gar nicht mal falsch. Wenn man sich heiße Keywords unter den Nagel reißt, diese gut bewirbt und natürlich auch einen attraktiven Cost-per-click (CPC) bietet, gleichen die Google AdWords einem Magneten für Besucher. In vielen Branchen, gerade mit teuren Keywords, kommen mehr als die Hälfte der Webseitenbesucher über die Werbeanzeigen. Dass daraus hohe Werbekosten bzw. Unterhaltungskosten für die Website resultieren erklärt sich von selbst.
Diese Ausgaben wiederum mit Google AdSense etwas abzufedern, indem man wieder etwas Geld in die Kassen spült, ist lukrativ.

Im obigen Satz aus dem Optimierungsbericht steckt jedoch ein Trugschluss. Man steigert zwar die AdSense-Einnahmen, da ja nun einfach mal mehr Besucher über die Websites strömen, jedoch stehen diese niemals in einem Verhältnis zu den Ausgaben. Communities mit mehreren Hunderttausend Mitgliedern, die wenig Werbung betreiben und viele Besucher haben, die ohnehin (mehrmals) täglich vorbeischauen, lassen wir da mal außen vor.
Der Gedanke, dass die AdSense-Einnahmen durch die Verwendung von AdWords dermaßen steigen, dass man die Ausgaben mit einem Plus wieder reinholt ist albern. Auf diese Idee sollte man also nicht kommen. Wieso? Ganz einfach:

Nehmen wir an, die Keywords ABC und XYZ haben einen CPC von 1,50 US-$ (USD), wobei Keyword ABC mein Keyword ist, welches ich geschaltet habe. Der CPC ist der Betrag, der dem AdWords-Merchant (werbender Websitebetreiber) abgezogen wird, wenn jemand auf seine Anzeige klickt. Die bei den Google-Suchergebnissen eingeblendeten Anzeigen müssen nicht denen auf Webseiten gleich sein, da die AdWords-Merchants die Möglichkeit haben, dieses erweiterte Netzwerk zu deaktivieren, hieße, dass diese Anzeige nicht an AdSense-Publisher übergeben wird. Davon gehen wir im Folgenden aber mal nicht aus.

Wird bei mir als AdSense-Publisher jetzt Keyword XYZ eingeblendet, erhalte ich nur einen Bruchteil des CPC’s. Wie hoch die Prozentsätze sind, ist nicht bekannt. Ich schätze aber mal, dass es ca. einem Drittel entspricht. Wobei auch das von Keyword und CPC variieren wird.

Aber, spielen wir mal weiter: Angenommen der Klick brächte mir 0,40 USD, so müssten mindestens 40% meiner Besucher (auf 10 hochgerechnet) dieses „teure“ Keyword anklicken, um die Kosten meiner geschalteten Werbung zu übersteigen. Aufgrund meiner Erfahrungen rechne ich, dass 10% der Besucher über AdWords-Anzeigen kommen, weil das so ungefähr der Wert war, den ich bei bisherigen Projekten erzielte.

Da man ja nicht immer das Glück hat, lukrative AdSense-Anzeigen anzuziehen, ist es legitim, dass mehr als 40% der Besucher zur Refinanzierung meiner AdWords-Ausgaben beitragen müssten. Es gibt Studien die behaupten, dass die Kategorie „User der bei Google auf Werbeanzeigen klickt“ auch im weiteren Surfverhalten dazu bereit ist, eher auf eine Werbeanzeige zu klicken, als umgekehrt.

Den Inhalt des Satzes muss man mal kurz sacken lassen, das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass der Besucher, der über AdWords zu mir kommt, seine mir entstandenen Kosten wieder reinholt, in dem er auf eine AdSense-Einblendung klickt. Okay. Dann landet er auf der nächsten Seite, verursacht aber dort wieder Kosten. Klickt er jetzt normal? Das wäre ein endloser Prozess und ist somit einfach unlogisch.
Kleinere Websites, die auf wenig gute Suchmaschinenpositionen kommen und sich noch entwickeln müssen, haben also an den AdWords aus finanzieller Sicht einen ziemlichen Brocken zu schlucken und die Refinanzierung mit AdSense ist maginal.

AdSense ist also nur bedingt brauchbar, um den AdWords-Ausgaben entgegenzuwirken. Da sollte man auf andere Möglichkeiten zurückgreifen, um sich etwas Geld mit der Website zu verdienen. Nach dem kürzlich erfolgten World-Wide-Web-Urknall und der daraus resultierenden Abstrafung von Anbietern gekaufter Links, sollte das aber nicht wirklich die angestrebte Methode sein!

3 Kommentare

  1. Interessante Stellungnahme. Ich bin jedoch der Meinung, dass man das AdWords-Netzwerk mit geringem CPC ködern, bzw. missbrauchen kann. Dann stehen die Keywords eben nicht bei den Google Suchergebnissen sondern bei den AdSense-Publishern. Da reicht dann ein Gebot von 0,05 USD…

  2. na so einfach geht, das doch auch nicht mein (CPC) liegt gerade mal bei 0,50 usd was mache ich falsch

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  1. [...] ich diesen Artikel gelesen habe fiel mir sofort ein, “stimmt, das hast Du schon mal gehört, dass man mit [...]

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