Brigitte Zypries überlebt die Berliner U-Bahn!
Und liest man die Kolumne von Franz Josef Wagner in der Bild, könnte man beinahe den Eindruck bekommen, dass es sich dabei um ein Wunder handelt. Schließlich kommen des nächtens viele Menschen auf den 170 Berliner U-Bahnhöfen um.
Zum Hintergrund der Geschichte, Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin seit 2002, wurde vom BILD-Kolumnisten F. J. Wagner eingeladen, eine Runde in der Berliner U-Bahn zu drehen, sich dem Pöbel und Gesocks hinzugeben, oder wie es Herr Wagner zu verpacken pflegt, “Unter-der-Erde-Fahrer”.
Anlass war die Gewalt in der Berliner U-Bahn und so drehten die beiden um 23 Uhr ihre Runde durch die “sozialen Brennpunkte” und Frau Zypries erklärte Herrn Wagner wie eine Notrufsäule funktioniert, was er umgehend notieren musste. In diesem Zusammenhang also bitte unbedingt das Video auf der oben verlinkten Seite anschauen. Ein paar dämliche Fotos hier und ein paar blöde Bemerkungen wie “Riechen Sie die U-Bahn?” dort runden diese Kolumne zu einem Etwas ab, dem ich ungefähr 0 von 47821489723469217845 Punkten geben würde. Na gut. 0,1. Okay?
Nun gut, sehr geehrter Herr Wagner, jetzt kommen Sie ins Spiel. (Herr Wagner wird selbstverständlich eine E-Mail bekommen, mit dem freundlichen Hinweis auf diesen Artikel).
Was fürn Zeug hauen Sie sich eigentlich rein, um so ‘ne Scheiße zu schreiben? Titel der Kolumne: “BILD mit Justizministerin in Berlins gefährlichster U-Bahn”. Schön und gut, aber welche U-Bahn ist denn nun die gefährlichste in Berlin? Sie scheinen es ja zu wissen und sollten die armen Berliner Unter-der-Erde-Fahrer nicht im Dunkeln stehen lassen, schließlich sind wir der Gefahr von jährlich 11.569 Straftaten ausgesetzt, wie sie so schön recherchiert haben. In ihrer Kolumne kann ich nämlich keine Angabe einer Linie ausmachen. Also ist die U-Bahn generell gefährlich und nicht eine einzelne Linie, oder wie?
Wir steigen aus. „Wohin soll ich fliehen“, frage ich die Ministerin, „wenn die Schläger mich verfolgen?“ Vor mir und hinter mir der U-Bahn-Schacht. Die Ministerin sagt: „Es gibt Notrufsäulen am Ende und am Anfang jeder U-Bahn-Station. Auch ein Kind oder Rollstuhlfahrer kann den Knopf drücken. Es ist der unterste.“ Ich stelle mir vor, wie ich blutüberströmt zu der Notrufsäule krieche und den untersten Knopf erreiche.
“Die Schläger”. Man man man, jedes Indivuum Untergrundfahrer-Gesicht (O-Ton “BILD”) in der U-Bahn ist also ein potentieller Schläger? Mit welchem Hintergrundgedanken veröffentlichen Sie denn bitte solche Äußerungen? Panikmache? Soll sich keiner mehr in die U-Bahn trauen? BILD-Leser haben doch schon so wenig Grips im Kopf, wieso muss man der von ihnen bedienten Randgruppe mit so ‘nem Müll auch noch Angst machen? Da empfinde ich die kürzlich auf watchberlin.de veröffentliche Video-Kolumne zur gleichen Thematik als wesentlich gelungener, als den Erguss vom Herrn Wagner.
Mehr zum Thema auch im Hauptstadtblog.



Januar 28th, 2008 at 14:32
tzzz….
Januar 28th, 2008 at 14:26
nein das erschließt sich auch einem otto-normal-verbraucher sehr schnell, wenn er logisch denken kann
Januar 28th, 2008 at 12:21
Kommste jetzt hier mit deinem Redakteur-Nerd-Insiderwissen?
bäääh
Januar 28th, 2008 at 11:09
könnte man vermuten ja. wenn dem so ist, dann hey. BILD-Zeitung. wen wunderts?
könnte man aber auch vermuten, dass es für nicht-berliner wirklich keinen unterschied macht, ob es die u8, u9 oder u0815 ist, so lange die überschrift sagt: berlins gefährlichste ubahn. sonst ist es zu lokalpolitisch und die interessiert in dortmund keine sau.
Januar 27th, 2008 at 22:54
Und suggerieren damit, als wäre die U-Bahn ein generelles Sicherheitsrisiko. Na toll…
Januar 27th, 2008 at 22:21
nein das kann er sicherlich nicht wissen. die frage ist aber doch, ob er es wissen muss, um die inhaltliche aussage des beitrags zu verstehen??? nein. das dachten sich sicher auch die redakteure und haben eventuelle strecken/fahrnummern, etc. rausgelassen-
Januar 25th, 2008 at 11:20
Und das soll der BILD-Leser in Leipzig, Duisburg und/oder Mannheim wissen, Mausilein?
Januar 25th, 2008 at 11:18
u9 fährt osloer straße herzilein. ein blick in den fahrplan reicht!
ach ja, wenn sie da umgestiegen sind, sind sie mit der u8 gefahren…
Januar 23rd, 2008 at 10:02
Meine rollstuhlfahrende Mutter macht bei der Nutzung der “Öffentlichen” immer wieder die Erfahrung, daß ihr von Deutschen wie von Türken höflich Hilfe angeboten wird. Aber sie sieht auch netter aus als Wagner mit seiner verlebten Säufervisage.
Januar 22nd, 2008 at 13:15
Da kann man wirklich von außerordentlichem Glück reden, dass niemand in Anwesenheit der Kameras geraucht oder gehauen hat - vielleicht stellt BILD bald nen Sonderbeobachter ab, der Tag und Nacht in “Gangster-Rap-Klamotten” Die U7 rauf und runter fährt, mit einer versteckten Kamera im Ipod-Imitat.
Januar 21st, 2008 at 12:20
U8 passt beim ersten Stück, aber Osloer Straße wird ja umgestiegen, man sieht nur nicht in welche Linie.
Januar 21st, 2008 at 11:31
sie steigen hermannplatz ein, also kann man sich ja denken: wittenau - hermannstr (U8) oder rudow-rathaus spandau (U7)..der streckenverlauf lässt erahnen, dass die U7 wesentlich mehr brennpunkte abfährt