Surfino und die Lego-Websites
Mit Surfino startet ein Webhoster der etwas anderen Art ins Rennen und zaubert mit dem hauseigenen Homepage-Baukasten ein ziemliches Bonbon aus dem Ärmel.
Webhoster haben wir derweil ja wie Sand am Meer und die Möglichkeiten, sich irgendwie mit netten Funktionen und Angeboten in den Vordergrund zu drängen sind auch ausgelutscht und 1000-fach kopiert. Einfache Homepagebaukästen bieten die meisten Webhoster bereits seit längerem, so zum Beispiel auch meiner, 1&1. Dass ich diesen hier aber definitiv nicht verwendet habe, ist Euch sicher nicht entgangen.
Surfino macht’s hier ganz geschickt. Ein eingerichtetes Kundenkonto reicht um quasi online mit dem Gestalten der Website anzufangen. Die Zielgruppe sind in diesem Fall natürlich keine im großen Stil auftretenden Unternehmen bzw. Konzerne, sondern eher kleine Firmen, denen die finanzielle Power für Webdesigner fehlt und Vereine, Hobbyseiten, Freiberufler oder Selbstdarsteller. Die angebotene Vielfalt an vorgefertigten Layouts ist groß und die Kombinationsmöglichkeiten, sowie individuellen Anpassungsmöglichkeiten sind vielseitig.
Dass die Seite nicht statisch langweilig und web-eins-punkt-nullig aussieht, kann man sie mit Fotogalerien, Gästebüchern, Diskussionsforen, Shopsystemen oder ähnlichen Anwendungen aufpolieren. Alternativ lassen sich zu den Seiten auch Kommentarfunktionen aktivieren, sodass unter statischen Beiträgen auch eine Diskussion geführt werden kann, gewissermaßen könnte man so also auch einen Blog betreiben, wenn man es schafft, die Übersicht beizubehalten…
Die Administrationsoberfläche gibt rein optisch leider nicht sehr viel her, was auch die Navigation erschwert.
Und auf der Startseite der eigenen Präsenz kann man keine Links einbauen. Der Text bekommt zwar die im CSS definierte Unterstreichung und farbliche Anpassung, aber es ist kein Link hinterlegt. Nach mehrmaligem Probieren leider kein Erfolg, auf den Unterseiten funktionierts problemlos. Aber das nur mal so als kleiner Fehlerhinweis.
Surfino will ja auch Feedback
Komischerweise habe ich aber andere Seiten gesehen, die von der Startseite extern verlinken. Also, wo klemmts?
Der Baukasten insgesamt ist ziemlich gut durchdacht und es geht zügig, sich die einzelnen Bausteine zu einem Konstrukt zusammenzubauen. Gewissermaßen hat das schon was von LEGO spielen, nur dass die Steinchen etwas anders aussehen. Das “Exklusiv”-Angebot, welches ich jetzt testen durfte, kostet inkl. einer .de-Domain 19,90 EUR im Monat. In Anbetracht der Tatsache, dass der Großteil der Kunden den Baukasten wahrscheinlich nur ein Mal benutzt, sind das langfristig “hohe” Kosten. Bei 1&1 bekäme ich dafür ein Webhostingpaket mit 2 GB Webspace und 150 GB Traffic (und habe auch einen Baukasten, der aber weniger bietet, das muss ich zugeben). Und so wie ich das hier verstehe (in den AGB ist das weder erwähnt, noch ausdrücklich ausgeschlossen), bekomme ich auf den Server keinen FTP-Zugang, ich kann also keine eigenen Daten hochladen und eigene Skripte laufen lassen. Sprich, Speicherplatz kann mir egal sein (es dürfen eh nur 90 Dateien hochgeladen werden) und Traffic ist nirgends erwähnt.
Also mal rein vom Preis her betrachtet, ist Surfino da schon ziemlich teuer. So niedlich der Baukasten auch sein mag, den vollen Funktionsumfang nutzt man wohl nur ein Mal, danach ändert man wohl höchstens noch Texte auf den Unterseiten. Aber mit 1&1 will sich Surfino sicher nicht messen, allein schon der Zielgruppe wegen.
Daher lässt sich unterm Strich festhalten, dass der Baukasten, mit welchem man quasi on the fly und auf dem Server direkt im HTML-Code rumfuschen kann, für Leute, die von der Materie keinen blassen Schimmer haben, durchaus praktisch ist. Und da der Preis fix ist und keine versteckten Kosten im Nachhinein irgendwo lauern, weiß der Kunde genau was er bekommt und zu zahlen hat. Die transparente Preisgestaltung macht es dann wieder angenehm, da Kleinunternehmer so genau wissen, was sie der Spaß monatlich kostet.
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