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“Amsterdam is absolutely nothing compared to Berlin”

Dass ich gerade das mühselige Abendschul-Abitur hinter mich gebracht habe, konnte man in den vergangenen Tagen bereits hier nachlesen. Aber dass wir, wie es sich gehört, eine schöne 1-wöchige Fahrt nach Amsterdam gemacht haben, habe ich hier bisher nicht erwähnt. Das möchte ich hiermit nachholen. Denn eine derart witzige, erlebnisreiche und exzessive (ähem) Woche muss hier Erwähnung finden.

Bevor hier jemand auf falsche Gedanken kommt: I don’t smoke weed!

Aber auch ohne albernes Kiffen kann man in Amsterdam allerhand Spaß haben! Ich wohne zwar in Berlin, einer Stadt die niemals schläft und quasi rund um die Uhr die Möglichkeit gibt, Spaß zu haben und abzufeiern, aber ich war von Amsterdam doch ein wenig angetan. Am Montag nach dem (verlorenen) EM-Finale im Deutschland-Trikot durch Amsterdam (und das Rotlicht-Viertel) zu laufen, war zwar keine so tolle Idee, da ich ständig belabert wurde, aber mit meinem dicken Fell konnte ich gut dagegenhalten. So lange die Deutschland-Holland-Rivalität verbal ausgetragen wird, bin ich immer dabei… ;)

Wir waren vom Montag, den 30.06.2008 bis Freitag, den 04.07.2008 dort. Sprich, wir hatten effektiv 4 Abende zur Verfügung. Der erste Abend wurde direkt mit einer Stadtführerin nach 8-stündiger Zugfahrt knallhart im 3-Stunden-Marsch durchgezogen. Und dann hat sie uns um 21.00 Uhr mitten im Rotlicht-Viertel (Red light district) ausgesetzt. Was zum Teufel sollen 4 Kerle alleine inmitten hunderter Nutten? :D

Was mir ausgesprochen gut gefiel und wirklich imponierte, war, dass ein kleines Eis bei McDonalds nur 35 Cent kostet jeden Abend Massen von Menschen die Straßen beleben! Wow. Das ist in Berlin nicht so. Nachts ist zwar die Warschauer Brücke auch ein riesen Umschlagplatz für die Partytouristen, die zwischen U-Bahn, Straßenbahn und S-Bahn wechseln aber in Amsterdam brummt die ganze Innenstadt. Und das mitten in der Woche! Zu gern hätte ich daher noch einen Samstag mitgenommen, aber das holen wir sicherlich irgendwann mal nach!

Und da ist es unvorstellbar, dass eine Stadt mit so hoher Party- und Feierbereitschaft künstlich in den Schlaf gedrückt wird. Pünktlich um 1 Uhr wird in Bars die Rechnung serviert, mit der Bitte, dann langsam mal auszutrinken und zu gehen. In einer anderen Bar, wo aber auch getanzt werden konnte, ging ohne Vorwarnung um 2:30 das Licht an und die Musik war schlagartig aus (vorher richtig laut). Da fragt man sich schon, welcher Wirt seinen vollen Laden räumt? Wir haben uns nicht schlau gemacht, aber es hat sicherlich Gründe, dass sich die Leute nicht austoben dürfen. Clubs lassen unter der Woche ab 3:00 Uhr niemanden mehr rein, da um 4:00 Uhr quasi geschlossen wird und um 4:30 Uhr alle draußen sein müssen. An den Wochenenden ist das Spiel ähnlich, aber da gehts wohl bis 6:00 Uhr. Da machen manche Clubs in Berlin erst auf. Und so kam ich, während ich am Freitagmorgen um 4:30 durch die Innenstadt schlenderte und Eingeborene nach einem noch geöffneten Club fragte, zu dem Entschluss, dass Amsterdam eigentlich doch nicht so toll ist. Der running Gag der nächsten Stunden war dann der Spruch “Amsterdam is nothing compared to Berlin”. Und die meisten konnten es sich gar nicht vorstellen, dass das Berghain in Berlin Samstags um 24 Uhr öffnet und Sonntags erst wieder um 17 Uhr schließt.

Aber immerhin sind mir die extrem cool gekleideten Leute in Amsterdam aufgefallen und so stand schnell fest, dass unbedingt ein Tag fürs Shoppen eingelegt werden muss. Nachdem ich dann im 3. Laden ‘nen saugeilen Treter gefunden habe, es ihn aber nur in einer US10 gab (ich brauch ‘ne 12), watschelte ich von Schuhladen zu Schuhladen und im 5. gab es ihn in einer 11,5. Aaaah egal. Augen zu und durch. Gekauft! Für 84,95 EUR. Hier schiele ich nun in jeden Schuhladen und habe ihn noch nicht ein einziges Mal gesehen, im Gegenteil: Ständig quatschen mich Leute wegen diesen Schuhen an. Haha… herrlich! Dafür wiederum liebe ich Berlin! Gäbe es sie hier, kämen sie mindestens 120 EUR. Also von daher, ein guter Fang!

Als architektonisches Highlight vom Amsterdam muss ich aber noch die etwas schiefen Gebäude erwähnen. Das darf hier einfach nicht fehlen. Amsterdam ist komplettes Sumpfgebiet und wurde daher vor über 200 Jahren auf Holzpfählen gebaut, die im Laufe der Jahre etwas morsch wurden. Und somit sacken die Häuser nach und nach ab und stehen schief. Aus Mietern werden so Hobbyarchitekten, denn die Konstruktionen aus Bierdeckeln unter Tischbeinen, Schränken und Betten sind sicher sehr kreativ. Darüber hinaus platzen bei dem Druck auf den Rahmen sicherlich regelmäßig Fenster, denn in vielen Häusern konnte man extrem schiefe Fenster betrachten, die mit Sicherheit auf schiefe Häuser maßgeschneidert waren. Schiefe Fensterrahmen bauen und schiefe Fenster zurechtschneiden und einbauen sind für ansässige Schreiner und Glaser sicher eine lukrative Marktlücke. Und ‘ne Belustigung für die Touris sowieso. Sieht ja auch einfach mal nur geil aus. Zumal man krampfhaft versucht, entstehende Lücken zwischen den Häusern zuzukitten. Herrlich!

Zum Abschluss noch was zum 1. Bild. Am letzten Abend sind wir im Club (wenn man das so nennen kann) Studio 80 abgestiegen und wurden fotografiert. Verdammt. Und diese Fotos werden auf Waking up in Amsterdam! veröffentlicht. Das möchte ich natürlich niemandem vorenthalten und somit auch mal einen Link in Richtung Amsterdam loswerden! Da die Fotos aber bei flickr rumliegen, schnappe ich sie mir mal direkt:

 

Wer mal sehen möchte, wie Amsterdam so feiert (bis 4 Uhr ;)), kann sich dieses flickr-Album anschauen.

Dear Todd, thanks for the cool pictures you’ve taken from us.

In diesem Sinne: Amsterdam, bis zum nächsten Mal! Gaaanz viele Fotos von uns, im StudiVZ.

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