Du bist zu schlecht für diese Welt!
Der eine Schritt ist hinter sich gebracht und man wartet quasi auf die nächste Herausforderung im noch so jungen Leben und dann wird einem so eiskalt ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Dass die diesjährige Bewerbung an den einschlägigen Hochschulen in Berlin nur pro forma ist, wusste ich von vornherein. Ich wusste auch, dass ich den mir eventuell in Aussicht gestellten Studienplatz sowieso nicht annehmen werde. Und ich wusste auch, dass der NC für WiKo (Wirtschaftskommunikation) 2007 noch bei 1,3 lag und ich mit meinem 2,5er-Abendschul-Abi sicher verhältnismäßig schlechte Karten habe.
Wenn ich noch bis April 2009 voll berufstätig bin, dann war ich das genau 3 Jahre lang und erhalte den Anspruch auf elternunabhängiges BAföG. Und natürlich hätte ich das dann sehr gern.
Aus diesem Grunde war die Bewerbung dieses Jahr an der FHTW mehr oder weniger nur zum Spaß, oder besser gesagt, zum Ausloten der eigenen Chancen.
Niederschmetternd an dieser Stelle: Die Absagebegründung war für Berliner Verhältnisse mit “Mehr Bewerbungen als zur Verfügung stehende Plätze” nicht ungewöhnlich, aber 1.150 Bewerbungen auf 40 Plätze ist schon echt hart. Selbst für Berlin, wo jeder hinstürmt, der von Studiengebühren in seiner Heimat verschreckt wurde.
Nüscht iss’ mit Heimvorteil und so. Bayern und Schwaben, Sachsen und Hamburger werden eben bevorzugt, wenn es darum geht, den Kleinstädtern im großen Berlin eine Chance zu geben. Was soll das? Integration? Resozialisierung? Augen öffnen? Aufzeigen, dass es mehr als Papis Bauernhof gibt?
Bleibt alternativ nur mein 2. Studienwunsch für Marketingkommunikation/Kommunikationsmanagement an der design akademie berlin in Kreuzberg. Schade nur, dass private Fachhochschulen richtig die Hand aufhalten, wenn es darum geht, jemanden dort studieren zu lassen. Hier ist man eben mal mit zarten 650 EUR dabei. Pro Monat! Da freuen sich sicher die Banken über Leute, die dann mit Mitte 20 ankommen und sich 50.000 EUR Studienkredit holen wollen, weil wenn, dann will man ja gleich den Master machen. Das wäre sicher ‘ne Marktlücke! ‘Ne Hausbank für private Fachhochschulen. Haha… na ja was solls! Für 2008 gabs 2 Stipendien, mal schauen, was 2009 so mit sich bringt.
Wirklich viel Hoffnung macht das Verhältnis 1.150:40 für 2009 aber nicht gerade.
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August 28th, 2008 at 10:15
ach tobilein…
ich kann dich verstehen. doch für ein studium in berlin gelten dieselben grundsätze wie in hamburg, naumburg, nürnberg und buxtehude. bevorzugt werden die, die einfach mal die besten sind. das hat nichts mit papis bauernhof zu tun.
solange es in berlin keine studiengebühren gibt, wird sich das auch nicht ändern. ist halt attraktiv die stadt. ich finde es auch nicht wirklich nachvollziehbar, warum es einen heimvorteil geben sollte.
aber trotzdem: die medienstudiengänge bzw. kommunikationsstudiengänge boomen. wie ich finde zu unrecht. dieses mauschelbauschel zwischen belangloser theorie und halbgarer vorbereitung aufs berufsleben wird völlig überbewertet. vielleicht suchst du dir was wirklich markantes aus?
August 28th, 2008 at 11:03
Ach Nadinechen…
Na ja die selben Grundsätze gelten nicht wirklich, da die Aufnahmekriterien anders sind. Siehe Wildau, da sind viele technische Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung ausgeschrieben, weil sich halt nur 15 Leute auf 40 Plätze bewerben. Der gleiche Studiengang platzt an der TFH aus allen Nähten… die haben eben nicht die Schwierigkeiten, dass sie so krass aussortieren müssen.
Und dass es hier keine Studiengebühren gibt, verschärft das nur noch. Was nicht heißen soll, dass ich dafür bin, das zu ändern.
Wobei ich sagen muss, dass die FHTW schon recht vernünftig sortiert, so werden 40% der Plätze unter Berücksichtigung von Berufsausbildung und Berufserfahrung vergeben, da die Leute, die schon etwas lebenserfahrener sind in der Regel wissen was sie wollen und die Abbruchsquote unter den Älteren geringer ist, als bei den 18/19-jährigen Stiften, die vom Abi kommen.
Was wäre denn in deiner Sicht was markantes/markanteres? Bereust Du deine Studienwahl heute?
Ich will halt schon in die Online-Marketing-Schiene rein und da deckt WiKo das Wesentlichste gut ab. Der wirkliche Lernprozess ergibt sich ja sowieso erst durch die Tätigkeit im Sinne von “learning by doing”. Und meiner Meinung nach sollte man auch zeigen können, was man drauf hat, auch wenn man aus einer anderen Branche kommt. Und dass meine Vorschläge trotz Absage bei WatchBerlin sehr gut angekommen sind, sieht man daran, dass Einer nach dem Anderen umgesetzt wird… :-S
C’est la vie…