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T-Mobile G1-Event im 4010, Alte Schönhauser Straße

Tobi und das G1Gestern kam ich zu dem Vergnügen, bei der Präsentation des Google-Phones, dem G1 (Gerätename: HTC Dream), dabei sein zu dürfen. Basti, Markus und meine Wenigkeit wurden von Philipp und Torben mitgenommen. Die beiden betreiben den G1blog und wurden von T-Mobile eingeladen. Und da haben wir uns natürlich nicht lumpen lassen und haben uns den Jungs angeschlossen.

Im 4010, direkt Alte Schönhauser Straße/Münzstraße, gabs neben Thunfisch-Baguettes, leckerem Fingerfood, Spätzle-Forelle-Salat, Grießflammerie und Mohntörtchen auch noch Freibier. Und natürlich das G1…

Die Location im 4010 ist echt nett. Im Moment findet dort parallel zum Betrieb als T-Com-Shop (oder heißen die Teile noch T-Punkt?) eine Kunstausstellung (Coarse Toys) statt, wie man auch auf der Website des 4010 nachlesen kann. Das soll aber jetzt nicht das Thema sein.

Philipp, Tobi, Markus, Sebastian (v.l.n.r.)Im Vordergrund stand neben den leckeren Speisen und dem Freibier natürlich das Google-Phone, auch als G1 bekannt. Eine ansehnliche Präsentation hat die Grundzüge näher gebracht und es wurde erklärt, wie das G1 funktioniert und was es kann. Die Aussage “Es wurde für das Internet hergestellt” hat sich bei mir eingebrannt. Denn, wenn ich es kaufen würde, läge mir die Funktionalität des Webbrowsers besonders am Herzen.

Später wurden dann für die geschätzt 40 Leute 15 Geräte verteilt. Allesamt auf Englisch und mit Firmware-Version 1.0, also werksfrische Babies, sozusagen. Hier und da hat die Oberfläche noch  ein wenig gehakt und der Browser auf einigen umfangreichen Seiten etwas gestockt beim Scrollen, bspw. eBay. Später hatte ich den Vergleich mit dem Gerät eines T-Mobile-Mitarbeiters, der sich im übrigen nicht vorgestellt hat, welches mit Firmware-Version 1.1 unterwegs war (auch auf Deutsch). Hier waren diese Probleme nicht mehr spürbar.

Alle Google-Services sollen uneingeschränkt funktionieren. StreetView tut es nicht.

Wir haben es auf keinem der Geräte hinbekommen, Google StreetView zu nutzen, was ich persönlich schade finde. Denn immerhin wurde in der Präsentation angemerkt, dass alle Google-Dienste in voller Funktion zur Verfügung stehen sollen. StreetView hat sich nicht aufgebaut und der Browser (im übrigen Google Chrome) hat nicht aufgehört zu Laden (was auch immer). Dieses Verhalten war mit beiden Geräten (Firmware 1.0 und 1.1) nachvollziehbar. Google Maps, in Karten- und Satelliten-Ansicht, läuft. Jedoch gibt es ein Problem, welches ein wenig tiefer liegt.

Grundsätzliches Browser-Problem, welches die Usability einschränkt

Sebastian, Tobi, Philipp, Markus (v.l.n.r.)Der Browser öffnet alle Seiten immer mit 100% im Verhältnis zu den Textgrößem, sodass die Texte halt lesbar sind. Möchte man aber 100% der Webseite in der Breite sehen, muss man rauszoomen. Hier wäre das coole Multitouch vom iPhone angebracht. Beim G1 muss man ein Mal den Screen antippen und bekommt am unteren Rand der Seite 2 Lupen eingeblendet. Eine für “+” und eine für “-”. Diese muss man jetzt einige Male antippen zum Rauszoomen, um die Seite in voller Breite zu sehen. Das wäre das eine Problem. Das zweite Problem ist, dass man beim Antippen und “Fingerziehen” über die Seiten scrollen kann (in X- und Y-Richtung). Jetzt addiert man diese beiden allgemeinen “Probleme”, die ja gewissermaßen auch Features sind, zusammen und versucht sich das Mal auf Google Maps vorzustellen. Ich gebe meinetwegen “Berlin” ein und bekomme Berlin in der Großansicht geöffnet. Jetzt möchte ich nach Friedrichshain scrollen und reinzoomen. Denkt dran: Die Seite ist in einer Art 1:1 pixelgenauer Größe geöffnet. Was passiert also wenn ich mit dem Finger hin- und herschiebe? Ich möchte erstmal rauszoomen, dazu muss ich an das Navigationselement oben Links (wie bei Google Maps üblich). Ich schiebe also mit den Fingern rum, um nach oben Links zu kommen. Komme ich aber nicht, denn die Maps reagieren natürlich auch auf die Fingereingabe und scrollen von Berlin über Potsdam nach Dresden. Wenn ich das “+” Der Lupe verwende, wird die Map pixelig, da der Browser ja die Seite vergrößert und nicht in die Map reinzoomt. Ich muss also wirklich erst mühevoll rauszoomen, nach oben links scrollen (irgendwo neben der Map antippen und ziehen), reinzoomen, um die Bedienelemente zu treffen, vergrößere die Map, zoome wieder raus, scrolle zur Karte und zoome wieder rein. Genau so verhält es sich auf dem G1, wenn man mit dem Chrome-Browser Google Maps anschaut. Es gibt daher eine integrierte Maps-Applikation, ich habs jedoch in der halben Stunde nicht geschafft, mir alles anzuschauen. Die App hatte ich zu spät gesehen.

Vor und Zurück? Nicht mit dem G1

Ganz wichtige Browserfunktionen sind “Vor” und “Zurück”. Das G1 bietet zwar das “Zurück” an, jedoch auf eine Art und Weise, wie sie der User sicher nicht erwartet.

Beispiel: Wir googeln “Hose” und klicken uns aus den Suchergebnissen zu eBay. Hier in der Kategorieübersicht klicke ich einen Artikel an. Wenn ich jetzt “Zurück” drücke, lande ich nicht in der Kategorieübersicht, sondern bei Google und meiner Suchergebnisseite. Und das ist natürlich total beknackt.

Ergonomie und Look and Feel des G1

Ein weiterer kniffliger Punkt ist die Tiefe der Tastatur. Wenn man das G1 vor sich in der Hand hält, oder besser gesagt, in beiden Händen, dann arbeitet man ergonomisch und baulich bedingt mit beiden Daumen. Die Tastatur sitzt gefühlte 4-5 mm tiefer, als die rechte Kante, in welcher die Knöpfe eingelassen sind. Das führt dazu, dass man die Tasten ganz rechts schwieriger erreicht und durchaus mal den Daum lang machen muss. Ich weiß nicht, ob man sich daran gewöhnt. Irgendwie doof, immer umgreifen zu müssen. Und sowieso ist es blöd, ein Ein-Hand-Betrieb an der Tastatur ist unmöglich. Rein ergonomisch wird HTC als Hersteller des Geräts also damit keine Punkte sammeln.

Des weiteren, tierisch nervig: Nicht immer möchte man das Gerät, bspw. aus dem vorher genannten Gründen, in beiden Händen halten. So kam ich auf die Idee, das G1 doch einfach auf den Tisch zu legen. Da aber am Touchscreen viel Interaktion nötig ist, muss man an diesen immer wieder ran. Liegt das G1 auf einer flachen Unterlage,  kippelt es ständig nach hinten, wenn man das Touchscreen bedient. Denn, es ist ja nach hinten geklappt, da ansonsten die Tastatur verdeckt wäre. Klartext: Auch auf dem Tisch liegend kein Ein-Hand-Betrieb möglich, da man mit der zweiten Hand die untere Kante festhalten muss, damit es stillliegt.

 Mechanischer Schwachpunkt am Scharnier

Das G1 muss aufgeschoben werden, um die Tastatur freizumachen. Man schiebt einfach das Touchpanel nach oben und fertig. Denkste! Ganz so einfach nicht, wenn man das Touchpanel hochschiebt, rutscht dieses mechanisch bedingt, etwas nach links, um dann in der endgültigen Position einzuschnappen. Das gleiche passiert auf dem Rückweg nach unten, zum zu machen. Dieses “Einschnappen” wirkt recht hart und die sich hinter dem aufschiebbaren Screen verborgene Mechanik vermittelt nicht gerade einen stabilen Eindruck, da es recht schmale Kunststoffteile sind, aus denen dieser Teil des Geräts gefertigt wird.

Verarbeitung insgesamt

Weder optisch noch ergonisch kann das G1 Punkte sammeln. Die qualitative Verarbeitung kann sich sehen lassen. 3 verschiedene Geräte gingen durch meine Finger und allesamt sahen sie gut aus und nicht billig verarbeitet.

Fazit

Android bietet allerhand Nettigkeiten, das Bedienen der Oberfläche ist via Touchscreen in Ordnung und angenehm, über die Tasten des Geräts jedoch nicht sehr intuitiv und wirklich gewöhnungsbedürftig. Optisch reizt das G1 überhaupt nicht und mich stört die qualitativ eher minderwertige Cam. Ich nutze noch mein SonyEriccson K800i und bin gerade dabei Alternativen zu suchen, da die Vertragsverlängerung (übrigens bei t-mobile) ansteht. Ein netter Herr, der sich ebenfalls nicht vorgestellt hat (scheint üblich zu sein bei t-mobile), fragte mich während des Spielens mit dem G1, ob ich es gegen mein aktuelles Handy tauschen würde, ohne dass er wusste, welches ich habe. Ich habe die Frage mit “Nein!” beantwortet und bleibe dabei. Angeblich soll ein Android in Arbeit sein, dass auf dem HTC Touch funktioniert (Auslieferzustand mit Windows mobile), das wäre dann gleich viel interessanter, da hier auch das Telefon optisch was her gibt. Ansonsten bleibt das gerade erschienene SonyEricsson C905 mein Favorit. Hab bereits ein Auge drauf.

Was die anderen so zum G1 sagen, kann man in der Kurzfassung beim twitter Hashtag #g1event nachlesen.

Schöne Grüße nach Hamburg und vielen Dank für das zur Verfügung stellen der Fotos an Henrike Schunck.

3 Responses to “T-Mobile G1-Event im 4010, Alte Schönhauser Straße”

  1. 1
    MarkusNo Gravatar Says:

    Schön das du uns die Bilder geschickt hast. *egoist*
    Also mal flott rüber mit den Dingern. Und zwar ohne Branding. Hopp hopp.

  2. 2
    nachgehakt Says:

    Der Hype um die Mobiltelefone…

    […] und Leistung bzw. der persönliche Nutzen für mich einfach zu gering ist - ganz egal wie die Unternehmen in der Werbetrommel rühren. […]…

  3. 3
    GeorgNo Gravatar Says:

    Tach auch,

    ich glaub das war erst der zweite Beitrag den ich gelesen habe, aber auch dieser war nett:) Nein, er war wirklich gut und kompetent geschrieben. Ich denke ich werde ibn nächster Zeit öfter vorbei schauen.

    Gruß

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