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Wie, Du bist nicht bei facebook?

Social Networks gewinnen zunehmend an Bedeutung und jeder ist überall. Sprüche wie, “Ich ruf’ dich morgen mal an” sind Schnee von gestern und “Ick schreib’ dir bei Studi!” oder “Skypen wa heute noch?” sind zunehmend häufiger anzutreffen. Verabredungen zum Urlaubsfotos angucken sind out, denn die Fotos gibts bei facebook und jeder kann sie kommentieren und seinen Senf dazu geben, ohne die eigene Couch verlassen zu müssen. Faulheit 2.0!

Datenschützer, Moralapostel und Introvertierte prädigen, man solle sich in den sozialen Netzwerken nicht so prostituieren und sämliche Inhalte, die man über sich anzubieten hat, preisgeben. Es soll ja tatsächlich Personalchefs geben (die nie Sex haben, Alkohol trinken, Feiern oder über Witze lachen), die ein klassisches Partyfoto oder die Mitgliedschaft in einer lustigen aber fragwürdigen Gruppe als Anlass nehmen, die Bewerbung nicht weiter durchzublättern, da der Name bereits Dank facebook und Co. ausreichend Informationen über das Persönlichkeitsprofil des Bewerbers geliefert hat. Und machen wir uns nichts vor, jemand der auf ‘ner Party ein Bier trinkt oder mit einer Gruppe wie “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg” seine Bereitschaft zur Diskrimminierung potentieller Kollegen zum Ausdruck bringt, ist gemeingefährlich und gehört nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Was aber, wenn man gar nicht gefunden wird? Keine Gruppen? Keine Fotos? Kein Name, der eine Antwort liefert.

Unsere Generation, die heute Mitte 20 ist, lebt im Internet und nutzt die Möglichkeiten, die es mit sich bringt voll aus. Nun gibt es aber auch die, die peinlichst genau darauf achten, welche Informationen Google über sie liefert oder ob sie bei facebook eventuell auf einem Foto verlinkt wurden, welches einen zu lockeren und überschwänglichen Lebensstil suggerieren könnte. Man möchte sich ja schließlich noch mal irgendwo bewerben! Ungeachtet dessen, dass man Profile für Außenstehende aufs Minimalste beschneiden kann, meldet man sich am Besten gar nicht erst an und bleibt Freund 1.0, der noch telefoniert oder Briefe schreibt. Soziale Neurose oder Old School-Veteran?

Wenn man sich anhand der Informationen, die man über eine Person in einem sozialen Netzwerk sammelt, anmaßt, sich eine Meinung zu bilden, was tut man dann erst, wenn man Herrn XY gar nicht findet. 0 Treffer bei Google, kein facebook-Profil oder Account bei studiVZ. Aha. Interessant. Kommunikationsschwierigkeiten? Übermäßig introvertiert? Mangelnde Sozialkompetenz?

Was für ein Bewerber wäre das? Jemand, der sich und seine Umgebung nicht organisieren kann? Jemand, der nicht up-to-date ist und mit der Zeit geht? Hände in den Hosentaschen, Blick zum Boden, hängende Schultern und schlürfende Schritte. Klischee erfüllt. Nein, Danke.

Was ist also der richtige Weg? Vollgas und alles ins Internet was geht, oder totale Web-Abstinenz und 0 Treffer bei Google? Oder doch lieber der Mittelweg und kontrolliert online haben, was weder Ruf schädigt noch unnötig in den Himmel lobt?

In diesem Fall ist der Mittelweg definitiv die richtige Entscheidung. Denn, wer Angst hat, jemand könnte ihn in einer blöden Situation auf einem Foto sehen, der kann sich bei facebook Freundeslisten erstellen und bestimmten “Freunden” eben nur das freigeben, was nötig ist. Von den Einstellungsmöglichkeiten für Nicht-Freunde mal ganz zu schweigen. Kollektives Weinen, weil Partyfotos im Internet sind, die nicht jeder sehen soll. Dabei ist es so leicht, dass sie nicht jeder sehen kann. Es ist also albern, sich dem social networking heutiger Tage, aus Angst vor Eingriffen in die Privatsphäre, zu enthalten.

One Response to “Wie, Du bist nicht bei facebook?”

  1. 1
    ZDF Aspekte TV-Beitrag für Facebook | Manuel Gruber Says:

    […] Beitrag behandelt den Deutschland-Hype von Facebook. Um Nutzermeinungen einzuholen wurden Aaron, Tobi und ich zum Dreh eingeladen. Im Interviewstil wurden Statements von uns eingeholt: Wie nutzen wir […]

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