Los Angeles und Hollywood in 3 Tagen

In 3 Tagen Los Angeles anzuschauen, ist unmöglich. Und sich ein Urteil über die Stadt zu erlauben, erstrecht. Aber man kann immerhin seine Eindrücke sammeln und sich ein Bild machen. Viele von denen, die schon in Los Angeles waren, meinten zu mir, die Stadt wäre zu groß und unübersichtlich und nicht interessant genug. Aber kann eine Stadt, in deren Metropolenregion fast 13 Millionen Menschen leben, wirklich “uninteressant” sein?

Am Sonntag, den 1.3. sind wir erst ziemlich spät aus Las Vegas in Hollywood angekommen, wo wir im Banana Bungalow für 3 Nächte abgestiegen sind. Deshalb ging am ersten Abend fast gar nichts mehr.

Das Hostel ist einfach, aber super gelegen und sehr angenehm um Leute kennenzulernen. Zahlreiche Touris aus aller Welt waren dort. Ich kann es nur empfehlen!

Da das Hostel direkt am Hollywood Boulevard liegt, sind wir gleich am ersten Tag den Walk of Fame runtergelaufen, um die Sternchen der Stars zu betrachten. Wenn man an Hollywood denkt, denkt man an eine schöne Welt, voller Glitzer und Luxus, aber das ist es ganz und gar nicht. Um den Hollywood Boulevard herum, fällt der Putz von den Häusern und viele komische Gestalten bevölkern die Straßen. Je dunkler es wird, desto mehr häufen sich diese Gestalten und viele (vor allem weibliche) Leute aus dem Hostel haben Angst, dann noch draußen rumzulaufen. Da wir den Mietwagen hatten, war uns das relativ egal. Die vom Werk aus verbaute Anti-Carjacking-Funktion, dass sich alle Türen verschließen, wenn man von P nach D schaltet, ist aber mit Sicherheit eine amerikanische Erfindung, soviel ist klar. Dennoch ist der Walk of Fame mit seinem Umfeld alles Andere als “fame”.

Eine Freundin von mir, die Jenny, ist gerade beruflich für 6 Wochen in LA und wohnt in Downtown. Laut vielen Reiseführern soll man als Touri die Gegend um die 6. und 7. Straße meiden. Jenny wohnt zwischen der 8. und 9. und da ich sie nach unseren täglichen Ausflügen Abends immer nach Hause gefahren habe, konnte ich erahnen, wieso Reiseführer diese Gegend als weniger angenehm deklarieren. Auch hier ein ähnliches Bild wie in Hollywood. Mit der Dunkelheit werden die Straßen immer leerer und auf den Gehwegen liegen alle paar Meter Menschen, in ihren Zeitungen eingewickelt und schlafen, oder schieben im Einkaufswagen ihr Hab und Gut spazieren. In Amerika gibt es eben keinen Sozialstaat und keinen, der dich auffängt, wenn plötzlich alles bergab läuft. Jenny konnte vor einigen Wochen nach der Arbeit nicht nach Hause, weil ihre Straße wegen einer Schießerei nach einem Banküberfall gesperrt war. Nett, oder? Das sind eben doch andere Verhältnisse und nach dem mir mind. 10 Leute gesagt haben, dass ich nicht durch die 6. und 7. Straße fahren soll, habe ich es auch nicht gemacht. Obwohl ich die Gegend schon gern mal gesehen hätte. Aber kugelsicheres Glas hat Alamo für unseren Cadillac SRX leider nicht als Option angeboten.

Dank Jenny hatte ich auch die Chance, mal ein Spiel der NBA live zu sehen. So hat sie 2 Tickets fürs Staples Center (in Downtown) organisiert und wir waren beim Spiel der Los Angeles Clippers gegen die Memphis Grizzlies.

Da ich mir Downtown Abends nicht anschauen sollte (zur eigenen Sicherheit), haben wir uns stattdessen angeschaut, wo die Schönen und Reichen wohnen, eben, die komplett andere Welt, die man erwartet, wenn man an Hollywood denkt. So sind wir durch die Wohngebiete der Hollywood Hills gefahren, sowie durch Beverly Hills und Bel Air. Tja! Was soll man sagen? Häuser in Dimensionen, die einem die Sprache verschlagen. Wir wollten gar nicht wissen, wer wo wohnt (man kann für ca. 20 USD “Star Maps” kaufen), da ja von den Herrschaften sowieso niemand vor der Tür steht um zu winken, oder die vorbeifahrenden Touris zum Kaffee einlädt. Viele parkende Autos vor einem Haus, in dem jeweils nur eine Person sitzt (Paparazzis), lassen aber erahnen, dass in so manchem Haus “jemand” wohnt.

Wir waren außerdem noch am Griffith Observatorium, um einen Blick über Los Angeles und Hollywood zu bekommen. Man kann mit dem Auto hoch fahren, aber wir wollten uns nicht zu amerikanisch benehmen und sind gelaufen. Bei 25° C noch recht erträglich, besser als im Hochsommer. Dazu auch mehr im Video.

Autofahren ist in LA eine ganz heikle Nummer. Das örtliche Nahverkehrssystem kann man vergessen. Es gibt nur ein paar U-Bahn-Linien und Busse, die das Stadtgebiet aber bei weitem nicht flächendeckend abdecken. Sprich: So ziemlich ganz LA fährt Auto und das merkt man. Die Straßen sind mehr als voll. Und das Fahren auf zum Teil 7-spurigen Highways ist von Mal zu Mal ein kleines Abenteuer. Obwohl alle artig ihre maximal zulässigen 65 mph fahren. Das erleichtert immerhin das von Lücke zu Lücke springen. ;)

Wir waren in der letzten Nacht im Venice Beach Cotel in Venice Beach, eigentlich auch eine Gegend, in der ich nun Sommer, Sonne, Strand und Glamour erwartet hätte. Nix da, gleiches Bild wie in Los Angeles Downtown und Hollywood. Mit der Dunkelheit schieben Obdachlose ihr Wohn- und Schlafzimmer im Einkaufswagen den Venice Beach Boulevard hoch und runter. Aber mit dem Morgen und den ersten Sonnenstrahlen, wird alles von Joggern, Skatern und Fahrradfahrern bevölkert, wie man es aus vielen Filmen kennt.

Alles in Allem ist Los Angeles eine sehr aufregende Stadt, hat aber eben keinerlei Historie zu bieten, sodass es eben keinen alten Stadtkern gibt, den man sich mal anschauen kann, wie man es in Berlin, Paris oder Rom tut. Man muss sich Alterativen suchen, die man sich anschaut. Hier bieten sich eben die Gegenden der schönen Wohngebiete um Beverly Hills und Bel Air sehr an, wie z. B. der Rodeo Drive. Oder halt Santa Monica am Pazifik. Santa Monica ist das Bel Air von Venice Beach, wenn man das so sagen kann. Hier putzt der Haushälter morgens den Porsche, statt den Einkaufswagen.

Dennoch fand ich Los Angeles sehr interessant und aufregend. Es hat mir gefallen dort zu sein. Leben wollen würde ich dort nicht dauerhaft, aber vielleicht mal für einen gewissen Zeitraum. Zum Beispiel für ein Semester an der UCLA, einer der besten Universitäten der Welt. Ob sich das mal ergibt, wird sich zeigen, aber soviel steht fest: LA, ich komme irgendwann wieder.

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5 Kommentare

  1. … hey hey na der ist aber einer deiner besten beiträge :) …… das so eine krasse gegensätzlichkeit herrschen kann, ist schon unglaublich …. naja thats the amerikan dream (der war doch so oder???)

    aber am besten finde ich immer noch das scientologoy testcenter :) …. total genial ….

    rock on

  2. Sehr schöne Fotos und cooles Video! Text gefällt ebenso! Man kommt schon am PC in Urlaubslaune…

  3. ach tobilein. wenn du wieder kommst, dann aber mit mir ;) Ich muss ja mal sehen was the l word immer versprochen hat! Kussi

  4. tooobi..karte is angekommen ,. dankeee

  5. Hi Tobi,

    da Ich La fuer ein paar Tage besuchen werde, war mir dein Reisebericht ein guter Einblick was mich dort erwarten koennte.
    Da Ich weder ein Auto dort fahren werde, bin Ich wohl auf den Nahverkehr angewiesen, mal gucken ob das gutgeht.

    Gruss aus Neuseeland

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