Der Fluch mobiler Kommunikation
iPhone hier, Blackberry da. Schön und gut, immer und überall online zu sein und E-Mails zu lesen und zu schreiben. Mir fällt aber zunehmend auf, dass diese Gadgets irgendwie zu Produktivitätsbremsen mit langem Rattenschwanz werden. Es mag ja mitten im Meeting praktisch (und unhöflich) sein, mal eben schnell eine Mail zu beantworten, weil man sie dann nicht später zwischen all den anderen abarbeiten muss, aber tut man seinem Gegenüber damit immer einen Gefallen, bzw. der Kampagne an der man arbeitet?
Schnell in der S-Bahn oder auf dem Weg zum Einkaufen geschriebene E-Mails sind halt “weg” und erledigt. Aber, entspannt am Computer nimmt man sich definitiv sehr viel mehr Zeit für wichtige E-Mails und beantwortet sie auch umfangreicher und bedachter. Dieses, mal eben schnell Dahergetippte, gerät schnell in Vergessenheit und hat oft wenig Bezug zu älteren Diskussionen.
So entstehen dann kilometerlange Threads in E-Mails (Google Apps sei Dank, nicht immer wieder eine eigene Mail im Posteingang), die meist nur Ein-Satz-Antworten enthalten. Und im Nachhinein, der Schnelligkeit beim Antworten wegen, vergisst der Gegenüber gern mal, was er vor einigen Wochen/Monaten geschrieben hat. Dann muss man wieder neu kommunizieren, altes rauskramen und wieder neu ansetzen.
Unterm Strich bremst diese Art der Kommunikation also einige Projekte arg aus, weil einige ihre E-Mails auf ihrem Smartphone viel zu unkonzentriert runtertippen, am besten noch, wie oben erwähnt, mitten im Meeting. Ein Ohr beim Redner, der Blick aber auf dem Gerät. Toll!
Und wenn das mal die Regel wird, dass der kurzzeitige Produktivitätsgewinn durch schnelles und mobiles Beantworten, im Nachhinein und auf lange Sicht viel Ärger und Stress einbringt, die Kommunikation ausbremst und Projekte verzögert, was haben wir dabei gewonnen?



Juli 8th, 2009 at 15:39
das stimmt wohl. man müsste dem aber auch die mails gegenüberstellen, die schnelle antworten voraussetzen und somit doch eher produktivitätsfördernd sind.
man sollte also vor dem beantworten von emails abwägen ob es eher einer schnellen oder einer wohl überlegten antwort bedarf…
Juli 8th, 2009 at 15:59
Richtig! Wenn man nur etwas bestätigen muss, ist es ja auch alles halb so wild. Aber wenn bereits seit Wochen geführte Verhandlungen und Gespräche so halbherzig geführt werden, wo wirklich Entscheidungen getroffen werden müssen, machts keinen Spaß für die Partner.
Juli 8th, 2009 at 21:39
Das mit der Länge der Mails sehe ich genauso. Muss man eben differenzieren, wann die E-Mailnutzung auf dem Handy wirklich sinnvoll ist.
Dein zweiter Aspekt gefällt mir auch sehr gut! Klar leben wir im Zeitalter ständiger Aktualisierung und Kommunikation, zu jeder Minute und Sekunde können wir sonst wo unterwegs unsere E-Mails empfangen, aber das es eigentlich nicht gerade sehr höflich ist, sein Handy während eines Seminars, einer Unterhaltung unter Freunden, etc. zu bedienen, ist absolut in Vergessenheit geraten. Aber vllt. habe ich da auch nur eine verstaubte Meinung…
Januar 7th, 2010 at 00:05
Ich persönlich händel das ganz einfach… Smartphone lautlos und fertig… Man muss für sich selber klar differenzieren können… Als ich noch kein Black Berry hatte musste ich auch erst an einen Internetfähigen PC um eMails zu lesen und zu beantworten…
Viele neue Hilfsmittel sind nur solange von Vorteil, wie man sie auch gesund und bedacht einsetzt…
Und ein paar Tage kompletter Abstand tun der Seele auch gut! Augenmerk auf Tobi’s iPhone mit dem Desktop ohne Termine als er in den Urlaub 09/10 fuhr!
Ich habe Zeiten hinter mir als Fuhrparkleiter, da hörte ich mein Black Berry klingeln, nur komisch das es im Standby war… OMG