Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Bloggeramt.de
Blog Top Liste - by TopBlogs.de

Mich findet man auch hier:

tobiwei.de » Blog » Große Tränen um Daten, die es eigentlich gar nicht gibt


Große Tränen um Daten, die es eigentlich gar nicht gibt

Nach dem Angriff auf das schülerVZ und dem Bekanntwerden weiterer Sicherheitslücken in den VZ-Netzwerken (ist ja schließlich der selbe Codemüll verdreifacht) geht ein großer Ruck durch die Medien, was die Sicherheit unserer Daten und Sensibilität im Umgang mit persönlichn Daten angeht. Insbesondere bei Schülern, denen das Bewusstsein für das Ausmaß ihres Handelns vielleicht noch nicht ganz klar ist, ja auch nicht unberechtigt.

Aber irgendwie geht die Debatte gerade in eine Richtung, die mir nicht gefällt. Hier werden als Beispiele angebliche Probleme bei Xing und Facebook genannt. Die Privatsphäre-Einstellungen von Xing bzw. Facebook sind sehr umfangreich und erlauben allerhand Einschränkungen, was man von den VZ’s nun wahrlich nicht behaupten kann.

So schreibt Peter Schink auf seinem Blog, wie man denn bei Xing Daten klauen kann. Als Beispiele gibt er Links zu Google-Suchanfragen an, die die Suchergebnisse mit dem Parameter “site:xing.com/profile” auf Xing-Profile einschränken. Diesen Parameter erweitert er um “Tel.”, “Familienstand: ledig” und “Straße”. Was wird hier gefunden? Doch nicht etwa meine Adresse, oder Telefonnummer, die ich nur bestimmten Kontakten freigebe?

Natürlich nicht. Die Überschrift des Artikels verbreitet erst mal einen großen Schrecken und man denkt, man wäre bei Xing nicht gut aufgehoben. Was passiert hier aber?

Es gibt Leute, die das Feld “Über mich” nutzen, um dort ihren Familienstand, den Namen ihrer Kinder, das Geburtsdatum oder ihre Firmenanschrift zu veröffentlichen. Warum? Ganz einfach: Felder für persönliche Daten, wie z.B. die Anschrift oder aber auch Telefonnummern sind ohne explizite Datenfreigabe der Mitglieder grundsätzlich nicht für Nicht-Mitglieder und damit auch Suchmaschinen-Robots sichtbar (Siehe auch Statement im Xing-Blog). Das “Über mich”-Feld ist sichtbar und kann ausgelesen werden. Ein Großteil der Xing-Mitglieder wird sich dessen bewusst sein und erstellt somit ein persönliches Profil, welches man in Suchmaschinen finden kann. Und somit ergibt sich eben die Tatsache, dass die oben genannten Suchanfragen mit Adressen auch zu Suchergebnissen führen.

Sicher gibt es hier eine Anzahl von Leuten, die nicht über die nötige Internetkompetenz verfügt und sich dieser Tatsache nicht bewusst ist. Meine Meinung: Pech gehabt!

Nun bekommt das Thema aber durch den Mediendienst MEEDIA heute nochmal neues Futter. Denn Peter Schink hat die Kommentare unter seinem Blogartikel wohl nicht wirklich verinnerlicht und bläst das Thema nun noch mal auf. Dort steht er als Interviewpartner zur Verfügung und prophezeit, dass es nur noch ein paar Wochen oder Monate hin ist, bis etwas ähnliches bei Facebook passiert, was jetzt im schuelerVZ passiert ist.

Dass man bei Facebook grundsätzlich sehr intelligent gelöste Privatsphäre-Einstellungen machen kann, habe ich vor kurzer Zeit näher ausgeführt.

Und dementsprechend klingelt bei mir natürlich sofort alles, wenn ich Peters Aussagen lese.

Erstens erfahre ich viel zu viel über die Freunde meiner Freunde. Da ist Facebook sehr offenherzig.

Falsch! Facebook ist nur so offenherzig, wie es der User wünscht. Wer seine Daten in vollem Umfang den Freundesfreunden zur Verfügung stellt, ist sich der Sensibiliät seiner Daten entweder nicht bewusst, oder es ist ihm schlichtweg egal. Es ist einstellbar, welche Daten die Freunde meiner Freunde sehen können! Welche Daten des eigenen Profils “Jedem”, “Freundesfreunden” oder “Freunden” sichtbar sind, kann man z.B. hier einstellen.

Zweites und größtes potentielles Daten-Leck bei Facebook sind die tausenden Applications. Den Nutzern ist gar nicht klar, wie einfach es für eine Application ist, eine Fülle von Daten abzuziehen - wenn man sie erst einmal installiert hat und damit die eigenen Daten zur Verwendung freigibt.

Blödsinn! Hier gibt es 2 Fälle. Einer ist der, dass meine Freunde mit Applikationen interagieren und diese Apps die Freundeslisten nutzen. Welche meiner Daten eine App, die ich nicht nutze, aber ein Freund, benutzen darf, kann man hier einstellen. Alle Apps die ich nutze, bekommen nur die Daten, die in meinem öffentlichen Sucheintrag sichtbar sind. Also diese hier.

Noch viel schlimmer als DAU’s  sind Web-Experten und Online-Redakteure, die sich ihres Fachs nicht sicher sind und ohne Schwimmweste sehr weit rausschwimmen. Und zwar soweit, dass sich mittlerweile auch Xing genötigt fühlt, falsche Aussagen von Peter Schink bzw. MEEDIA in ein richtiges Licht zu rücken, wie man am Ende des MEEDIA-Interviews nachlesen kann.

Und genau solche inkompetenten Leute sitzen im Bundestag und beschließen Internetsperren.

5 Responses to “Große Tränen um Daten, die es eigentlich gar nicht gibt”

  1. 1
    LantzschiNo Gravatar Says:

    das was schink schreibt, ist komplett an den haaren herbeigezogen und eine frechheit. mit einer billigen suchabfrage zu beweisen, dass bei xing mehr als 5000 telefonnummern herumliegen, zeugt von einer ignoranz, die ich sonst nur von holzmedien-verfechtern und bornierten kulturpessimisten kenne. widerlich und komplett falsch.

    xing sollte ihn abmahnen oder wegen verleumdung anzeigen ;)

  2. 2
    MarkusNo Gravatar Says:

    Das was Xing betrifft ist sicherlich ganz großer unfug. Bezüglich Facebook bin ich mir aber nicht ganz sicher welche Daten die Application Betreiber wirklich sehen. In der Api Dokumentation steht dazu nichts konkretes. Aber diese Seite: http://wiki.developers.facebook.com/index.php/Understanding_User_Data_and_Privacy sagt auf jedenfall aus, dass man auch auf Freundesdaten zugreifen darf und man die vom User festgelegten Privatsphäreeinstellungen nicht umgehen soll. In wie fern man sie aber umgehen kann steht auf einem anderen Blatt. Also die Applicaions sind schon eine recht heikle Sache. Da kannste nochmal einen gesonderten Beitrag zu schreiben…

  3. 3
    TobiNo Gravatar Says:

    @Lantzschi: Wäre auf jeden Fall nicht unbegründet und Abmahnungen sind ja gerade wieder “in”. ;)

    @Markus: Ich hab mir das Entwickler-Wiki jetzt nicht vollständig reingezogen, aber soweit ich weiß, und so steht es in den normalen Privatsphäre-Einstellungen, werden an Applikationen nur die Daten durchgereicht, die dem öffentlichen Sucheintrag zugeordnet sind. Theoretisch (noch nie probiert), dürfte eine App also nicht funktionieren, wenn ein für die App notwendiges Feld gesperrt ist.

    Ich finde eine solche Aussage nicht, dass man die Privacy nicht umgehen “soll”. Die Freundesdaten sind aber von den Freunden entsprechend konfigurierbar, wie oben erwähnt.

  4. 4
    lantzschiNo Gravatar Says:

    ihr habt beide recht. zu gewissem teil. denn das, was schink beweisen will, ist ja nicht mehr, als dass betreiber wie xing oder fb mutwillig datenherausgabe befördern. was quark ist, api hin oder her. was illegal passiert, steht auf einem anderen blatt und darauf geht schink nämlich gar nicht ein.

  5. 5
    JSONNo Gravatar Says:

    StudiVZ ist die Größte Lachnummer. Es wird Zeit das die jemand mal so richtig auseinander nimmt. So ein mülliger Source, Bugs ohne Ende dann das Theater mit Facebook. DOS go! :D

Leave a Reply