Reisebericht: Südostasien in 6 Wochen (Thailand, Malaysia und Singapur)

Im September 2012 bereiste ich zum ersten Mal Südostasien und nahm mir für Thailand, Malaysia und Singapur 6 Wochen Zeit. Mit diesem Reisebericht möchte ich gerne einige Eindrücke teilen, aber auch auf einige lokale Besonderheiten aufmerksam machen, um vor möglichen Anfängerfehlern oder unschönen Erlebnissen zu warnen.

In den 6 Wochen habe ich sehr viel zwischen Bangkok und Singapur mitgenommen. Aus zeitlichen Gründen und weil ich die Full-Moon-Party auf Ko Phangan erleben wollte, habe ich die Strecke quasi zwei mal zurückgelegt und mit preiswerten AirAsia-Flügen überbrückt. Fakt ist aber: Bangkok – Singapur eignet sich hervorragend für einen Gabelflug und eine abenteuerliche Reise durch Südostasien. Die Infrastruktur ist relativ gut mit Zügen, Minibussen und Bussen ausgebaut, sodass man sich unkompliziert und ohne große vorherige Planung fortbewegen kann. Man sieht drei Ländern mit schillernden Metropolen in denen man mit Englisch recht gut voran kommt und das alles zu, für unsere Verhältnisse, preiswerten Bedingungen (Singapur ausgenommen).

Schnelldurchlauf

Ich bin nach Bangkok geflogen und nach einigen Tagen von dort mit dem Zug Richtung Süden nach Chumphon gefahren. Von dort ging es mit der Fähre nach Ko Tao und zwei Tage später mit der Nachtfähre nach Surat Thani (muss ich vorweg nehmen: absolut nicht zu empfehlen!) und weiter in den Khao Sok National Park. Später ging es mit dem Bus an Thailands Westküste mit Khao Lak und schließlich weiter nach Phuket (Stadt). Von hier aus habe ich die Fähre nach Ko Phi Phi Don genommen und bin dort einige Tage geblieben. Zurück nach Phuket und eine Nacht in Patong und von dort mit dem Flieger nach Singapur. Von dort bin ich über Johor Bahru mit dem Bus nach Melaka und weiter nach Kuala Lumpur gefahren. Einige Tage später weiter in die Cameron Highlands und schließlich in den Nordwesten nach Georgetown/ Penang. Von dort fuhr ich mit dem Bus zurück nach Thailand und über Hat Yai nach Trang. Dann schließlich wieder nach Surat Thani und über Ko Phangan erneut nach Ko Tao. Rückflug dann via Surat Thani nach Bangkok und von dort nach Berlin.

Route

Bangkok, Thailand

Der erste Atemzug in Bangkok kann ziemlich erdrückend sein. Es ist nicht nur warm, sondern auch stickig und dreckig. Nach der Fahrt mit dem klimatisierten Schnellzug vom Flughafen in die Stadt, fühlt sich die Haut nach dem Aussteigen sofort feucht an, so hoch ist die Luftfeuchtigkeit zum Teil. Dazu kommen alte Busse und laute Motorroller. Vollkommen ist das wuselige, laute und stickige Stadtbild, das in Bangkok schnell entsteht. Dennoch ist Bangkok sehr faszinierend und die historische Tempelstadt ist ein toller Kontrast zu den modernen Wolkenkratzern. Ein Besuch im Wat Pho-Tempel und dem angrenzenden Königspalast gehören dazu, wie eine Tour über den Fluss Chao Phraya (die Wassertaxis tun es vollkommen und sind ein schneller Weg in die Tempelstadt). Die Khao San Road kann man sich angucken, muss man aber nicht. Klar sind dort einige Hostels, schön ist es dort aber eigentlich nicht. Stattdessen eben viele Leute, die gern Touris abzocken und überteuerte Restaurants. Nutze deine Zeit lieber und erkunde Bangkok zu Fuß. In Bangkok gibt es noch historische Viertel, in denen früher alle möglichen Arten von Dienstleistungen erbracht wurden. So kommt man durch Straßen in denen nur Nähereien oder kleine Metallbetriebe sind. Ich bin aber auch durch eine Straße gekommen, in der nur Buddhas verkauft wurden oder Autowerkstätten waren.

Man kann sich in Thailand sehr gut mit Bussen fortbewegen, da das Zug-Streckennetz nicht flächendeckend ist, sondern nur eine Linie nach Süden führt (eine sehr gute Übersicht der Zuglinien findest du hier http://www.seat61.com/Thailand.htm). Daher, wer von Bangkok aus nach Süden will, sollte ruhig den Zug nehmen, denn es ist vermutlich die einzige Gelegenheit für dieses Abenteuer. Der Hauptbahnhof in Bangkok heißt Hua Lamphong und hier fahren die Züge in Richtung Hat Yai bzw. Butterworth (Malaysia). Nimm’ dir die Zeit und versuche 1-2 Tage vorher dein Zugticket am Bahnhof zu kaufen. In den Reisebüros bezahlst du gut und gerne das Dreifache. Ich bin 1. Klasse nach Chumphon gefahren und habe 380 Baht (ca. 9 EUR) bezahlt. Im Reisebüro wollte man 1.200 Baht. Selbst die 1. Klasse ist nicht sehr komfortabel, von daher, gönne es dir ruhig ;-) Die Website der thailändischen Zugbetreiber ist alles andere als nutzerfreundlich, weist aber auch die Preise aus – und du solltest genau diesen bezahlen und nicht mehr: http://www.thairailways.com/

Meine Zugfahrt von Bangkok nach Chumphon war trotz 1. Klasse recht anstrengend. Die Züge sind nicht für Menschen über 1,80 m gebaut und die sanitären Einrichtungen sind eine Herausforderung, dafür gibt es Essen an Bord.

Chumphon, Thailand

Chumphon ist keine besonders sehenswerte Stadt und recht überschaubar. Sie ist aber der nötige Zwischenstopp, um weiter nach Ko Tao zu kommen. Kleine Städte wie Chumphon bauen abends häufig Märkte auf und es wird fangfrischer Fisch verkauft und direkt gegrillt. Diese Märkte sind so ziemlich die preiswerteste Möglichkeit, sich in Thailand zu ernähren und obendrein findet man allerhand Früchte, die man aus Europa nicht kennt. In Thailand gibt es sehr viele Straßenhunde und abends, wenn die Straßen leer sind, werden diese auch gern mal aggressiver gegenüber einzelnen Personen. Solltest du per Nachtzug ankommen, versuch dir eine Fahrmöglichkeit zum Hotel/Hostel zu organisieren und laufe nachts nicht durch die Straßen. Tollwutimpfung hin oder her – ich persönlich brauche keinen Hundebiss im Urlaub. Von Chumphon fahren die Schnellboote von Lomprayah (http://www.lomprayah.com/) ab und du bekommst im Hotel/Hostel sehr wahrscheinlich das Ticket hierfür. Für einen Miniaufpreis gibt es meist noch einen Transfer zum Bahnhof von Chumphon und von dort fährt der Bus zum Schnellboot.

Kleine Story zwischendurch: Ich habe in Chumphon im Salsa Hostel geschlafen und musste für den Zimmerschlüssel eine Kaution von 150 Baht (ca. 4 EUR) hinterlegen. Der Inhaber hat mir versichert, dass er morgens um 5 Uhr, wenn ich abgeholt werde, dort ist um mir meine Kaution wiederzugeben. Um 5.15 Uhr wurde ich abgeholt und er war nicht dort. Alles war verschlossen und ich musste durch die Hintertür raus zum Bus, der schon wartete. Den Schlüssel hatte ich auf dem Boden liegen lassen mit einem Zettel. Mit dem Bus bin ich dann zur Fähre gefahren und als ich dort meine Buchung gegen das Ticket eintauschen wollte, war die Dame plötzlich sehr aufmerksam, als sie meinen Namen gelesen hat. Sie hat mehrmals auf Ihr Telefon geschaut und gab mir dann im Namen des Hostels die 150 Baht. Der Hostel-Inhaber hatte mich in der Zwischenzeit gegoogelt und mich über LinkedIn kontaktiert und sich entschuldigt. Er hatte einen Unfall und konnte nicht wie versprochen um 5 Uhr im Hostel sein. Allein dafür kann ich das Salsa Hostel (http://www.salsachumphon.com/) nur weiterempfehlen, denn diese Aktion war super!

Ko Tao, Thailand

Auf der Fähre nach Ko Tao wird man meist schon angesprochen und kann sich auf Bildern die Zimmer von Guest Houses und Tauchschulen angucken. Guter Service: Man kann direkt am Pier auf den Pick-up springen und sich mitnehmen lassen. Wenn man am Ende nicht dort bleibt, auch nicht wild. Ich bin bei Big Blue Diving (http://www.bigbluediving.com/) geblieben und fand es großartig! Für nicht mal 10 EUR pro Nacht einfache aber ausreichende Zimmer, zwei eigene Restaurants und abends gibt es BBQ mit tagsüber gefangenen Fischen. Vom Baracuda bis hin zu Königsgarnelen ist alles dabei. Ca. 3 Wochen später war ich wieder auf Ko Tao und habe dann bei Big Blue für ca. 200 EUR meinen Tauchschein gemacht (SSI Open Water). Großartige Erfahrung! Ko Tao gehört zu den besten Tauchgebieten der Welt. Dementsprechend ist es auf Ko Tao auch etwas ruhiger, als auf den Nachbarinseln. Tagsüber sind die meisten unter Wasser und abends erschöpft und früh im Bett. Es gibt einen kleinen Ort mit wenigen Bars und Restaurants. Die paar Strand-Parties sind auch eher chillig und nicht mit den Full-Moon-Parties auf Ko Phangan zu vergleichen (dazu weiter unten mehr).

Nachtfähre von Ko Tao nach Surat Thani

Nachtfähre von Ko Tao nach Surat Thani

Nach zwei Tagen bin ich mit der Nachtfähre von Ko Tao nach Surat Thani gefahren. Ich kann nur davon abraten, die 10 gesparten EUR für eine Übernachtung weniger sind es nicht wert. Die Nachtfähren sind uralt, man liegt auf 80 cm breiten Kunstledermatratzen eng aneinander, der Motor ist mittendrin und es ist warm, laut und stickig von den Abgasen. Dazu kommt, dass insbesondere in der Zeit von August bis November häufig Gewitter im Golf von Thailand aufziehen und dementsprechend hoher Wellengang ist. Diese Fahrt waren die längsten 5 Stunden meines Lebens. Es würde mich kein bisschen wundern, sollte ich eines Tages von einem Unglück einer solchen Fähre in den Nachrichten hören.

In Surat Thani angekommen, bot ein Tuk Tuk-Fahrer an, mich für 20 Baht (ca. 0,50 EUR) zum Busbahnhof zu bringen. Er ist 10 Minuten durch den Ort gefahren und dabei sehr offensichtlich 4 Mal links abgebogen. Als ich dort war und mich vom iPhone hab orten lassen, habe ich gesehen, dass es keine 150 m zu Fuß gewesen wären. Als ich ihn darauf ansprach, wurde er direkt pampig. Im Laufe meiner Reise musste ich drei Mal durch Surat Thani und solche Dinge habe ich dort immer wieder erlebt. Surat Thani selbst hat nichts zu bieten, ist aber eben eine wichtige Transit-Stadt mit Flughafen (Air Asia fliegt z.B. nach Bangkok) und von dort kommt man auch auf die Inseln Ko Tao, Ko Phangan und Ko Samui. Dementsprechend ist vieles darauf ausgelegt, mit den Touris, in den wenigen Stunden die sie dort sind um auf den Bus oder die Fähre zu warten, Geld zu verdienen. Am Ende sind es Summen von 0,50 EUR, nichts worüber man diskutieren muss. Aber es nervt einfach weil die Thais dort auch recht aggressiv und ruppig drauf sind. In Reisebüros gebuchte Bustickets sind plötzlich nicht mehr gültig und es müssen neue gekauft werden… ist mir glücklicherweise nicht passiert, ich hatte es aber bei anderen mitbekommen. Busfahrten die eigentlich nur 2 Stunden dauern, werden mit Umwegen in abgelegene Ecken geplant, wo mitten im Nichts ein kleiner Parkplatz mit Restaurants ist, nur, damit die Leute dort essen und man wieder Geld verdient. Ich hatte die Routen übers iPhone verfolgt und wir waren fernab von der eigentlichen Route und es war offensichtlich weder eine Abkürzung, noch notwendig. Der Umweg nimmt sogar mehr Zeit in Anspruch, als die einfache Fahrt. Also, stellt euch darauf ein: Im Großraum Surat Thani versucht man aus Touris jeden Cent rauszuholen, den die einfachen Services wie Bus- und Fährenfahrten so zulassen. Keine großen Summen, aber einfach ätzend.

Khao Sok Nationalpark, Thailand

Von Surat Thani bin ich mit dem Bus Richtung Phuket bis zum Haupteingang des Khao Sok National Parks gefahren. Dieser liegt mitten im Nichts (hier) und man sollte dem Busfahrer vorher Bescheid geben, damit er dort hält. Auch dort stehen meist schon Pick-ups und bringen die Leute zu den Bungalows. Tipp: Nimm dir eine Unterkunft vor dem eigentlichen Haupteingang des Parks, sonst musst du pro Tag die Parkgebühr bezahlen. Und der Ort ist nicht groß, am Ende geht’s um 5 Minuten Fußweg. Die Jungle Trails sind sehr schön und sehr zu empfehlen. Auf den Parkkarten sind mehrere Wasserfälle eingezeichnet, aber meist sind das nur kleine Stromschnellen. Einen richtig großen Wasserfall gibt es dort nicht. Solltest Du in den Khao Sok National Park wollen, erkundige dich 1-2 Tage vorher nach dem Wetter im Park. Als ich dort ankam, hatte es vorher tagelang geregnet und man konnte nur die öffentlichen Trails bewandern, nicht aber von dort aus die 2-Tage/1-Nacht-Tour in den Park machen, weil die Wege nicht passierbar waren. Ich musste mit dem Minibus wieder zurück bis nach Surat Thani und von dort aus in den Park, das gleiche auch wieder auf dem Rückweg. Hat unterm Strich einen Tag gekostet und war unnötige Rumfahrerei. Auf den Wanderwegen wimmelt es nur so vor Blutegeln (Leeches) und du hast eigentlich keine Chance, denen nicht zu begegnen. :-) Tipp: Kurze Hosen anziehen, dann sieht man sie wenigstens, wenn sie sich ranmachen.

Mit kleinem Umweg habe ich dann also die 2-Tage/1-Nacht-Tour gestartet. Nach gut 1 Stunde Fahrt mit dem Longboat kommt man in ein Gebiet, in dem mehrere “Dörfer” mit schwimmenden Hütten sind. Die sehen auf Bildern malerisch aus und sind auch cool, aber sehr(!) einfach. Für ein-zwei Nächte ok, länger muss es dann aber auch nicht sein. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Dschungel sind alle Klamotten permanent klamm und in den Hütten riecht es leicht schimmelig, was von den Matratzen usw. kommt. Unabhängig davon hatte ich aber viel Spaß und unser Guide “Big Man” hat uns auf eine mehrstündige Tour durch den Dschungel mitgenommen. Beim Buchen der Tour wurde mir gesagt, dass man möglicherweise etwas nass wird. Bereitet Euch darauf vor! Ich bin fast 2 m groß und stand am Ende bis zum Hals in einem Fluss. Durch den Regen waren die Flüsse recht hoch und die Touren sind so angelegt, dass man mehrmals durch den Fluss muss. Die Guides sind da sehr erfahren, für Touris ist das aber nicht Ohne. Die Strömung ist zu stark um ungeübt im tiefen Wasser einfach die Uferseite zu wechseln. Zufälligerweise waren 2 weitere Jungs meiner Größe dabei und wir konnten Hand in Hand allen durch den Fluss helfen. Aber der Spaß ist keineswegs ungefährlich. Und im Nachhinein mal drüber nachgedacht, ich habe dort einfach die Tour bezahlt aber nie meinen Pass oder so vorgelegt. Wenn man dort also verschwindet, die wissen nicht mal, nach wem zu Suchen wäre. Die meisten Touren gehen außerdem durch Höhlen. Außerhalb der Regensaison ist es sicherlich nicht kritisch, aber ich war Anfang September dort. Die Höhle war ca. zur Hälfte mit Wasser gefüllt und es kam eine derart starke Strömung raus, dass ich nur wenige Meter reinkonnte, um mir mal die Höhle anzugucken. Ich möchte hier niemandem Angst machen, aber 2007 sind dort im Park mehrere Menschen in einer Höhle ertrunken, weil die Guides zu übermütig waren. (siehe http://www.spiegel.de/panorama/nationalpark-in-thailand-acht-menschen-ertrinken-in-hoehle-a-511397.html) Unser Guide stand vor der Höhle und meinte, dass wir da nicht reinkönnen. Aber das war schon 100m vorher klar, weil die Strömung im Fluss dort schon echt heftig war. Wie dem auch sei, verlass dich hier mehr auf deinen gesunden Menschenverstand, als auf die Guides, die halbe Moglis sind und barfuß über die Felsen spazieren und sich an Schlingpflanzen lang hangeln. Wenn dir beim Anblick der Höhlen unwohl ist und das Wasser deinem Empfinden nach zu hoch ist – geh nicht mit.

Khao Lak, Thailand

Nach der Dschungeltour bin ich mit dem Bus Richtung Phuket gefahren und in Khao Lak ausgestiegen. Dieser Ort ist eine andere Welt und entspricht überhaupt nicht dem, was ich bis dahin von Thailand gesehen hatte. In Khao Lak spucken Reisebusse die deutschen Pauschaltouristen aus und an vielen Bars steht “Currywurst XXL” und “Bundesliga Live”. Der Ort ist nicht wirklich für Backpacker gemacht, umso verwunderlicher war es, dass ich für ca. 30 EUR in einem 4-Sterne-Resort untergekommen bin, in dem ich beim Frühstück der Einzige war, der kein gelbes All-inclusive-Bändchen am Handgelenk hatte. Nach der Dschungeltour war das Bett dort aber ein Traum und wirklich angenehm. Die Strände von Khao Lak sind lang und schön anzusehen. Viele Hotels bauen Ihre Pools und Gärten jedoch direkt bis an den Strand, sodass dort wenig Natur übrig geblieben ist. Und dort steht Hotel an Hotel an Hotel. Khao Lak ist einer der Orte, die vom Tsunami 2004 mit am stärksten getroffen worden. In vielen Restaurants hängen Fotos von Angehörigen, die diesen Tag nicht überlebten. Die Erinnerung an diese Katastrophe wird vielerorts aufrecht erhalten und so kann man sich bspw. das Polizeiboot 813 anschauen, welches vom Wasser ca. 1,5 km weit ins Landesinnere geschwemmt wurde und noch heute dort steht. Als ich Anfang September 2012 dort war, wurde drumherum gerade eine Gedenkstätte errichtet.

Khao Lak als Ort ist nicht wirklich sehenswert. Es ist halt ein typischer Urlaubsort für Pauschaltouristen. Hotels, Restaurants und Bars. Ich war nur 1 Tag dort und dieser hat mir auch gereicht. Im Verhältnis zu anderen Gegenden Thailands, ist Khao Lak ca. 3 bis 5 Mal so teuer, was Restaurants angeht.

Von Khao Lak bin ich mit dem Bus weiter nach Phuket (Stadt) gefahren. Das Prinzip ist einfach. Die Busse fahren ca. stündlich, einfach am Straßenrand warten und wenn der Busfahrer dich sieht, hupt er meistens und dann einfach nur die Hand heben.

Phuket, Thailand

 

Gebäude aus der Kolonialzeit in Phuket (Stadt)

Gebäude aus der Kolonialzeit in Phuket (Stadt)

Kurz zum Verständnis: Es gibt die Insel Phuket (Ko Phuket) und auf dieser Insel ist auch die Stadt Phuket. Der Bus von Khao Lak hat mich irgendwo mehrere Kilometer vor Phuket (Stadt) rausgeschmissen, weil dort Endstation war. Die Taxifahrt war schon recht teuer und als dann anfing, nach Hotels zu suchen, wusste ich, wo ich angekommen bin. Phuket ist einer der ältesten Urlaubsorte Thailands, viele Hotels sind aus den 80ern und sehen auch heute noch so aus. Für wirklich runtergekommene Zimmer zahlt man gern 40 EUR pro Nacht. Ich hatte mir mehrere Hostels und Hotels angeschaut, kleine miefige Zimmer ohne Fenster in Hostels kosten auch 30 EUR. Als es dann schon fast Mitternacht war, habe ich dann in den sauren Apfel gebissen und ein Hotel genommen. Der Ort selbst ist nicht spektakulär, jedoch gibt es einige portugiesisch angehauchte Bauten aus der Kolonialzeit und diese sind einen Spaziergang dort hin wert.

Am nächsten Morgen komme ich aus dem Hotel und laufe zur Hauptstraße um mir ein Tuk Tuk zum Fährenhafen zu nehmen. Plötzlich bremst neben mir ein Auto, der Fahrer fragt ob ich zum Fährenhafen will und ich sagte ja. Er stieg aus, rannte los und hat mir ein Tuk Tuk organisiert. Ich konnte von 200 Baht (ca. 5 EUR) auf 150 Baht (ca. 4,25 EUR) runterverhandeln und der Typ aus dem Auto saß plötzlich auch mit im Tuk Tuk. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich haben sie sich mein Geld am Ende geteilt. Ähnliche Erfahrung wie schon oben in Surat Thani, auch in Phuket verdient man gern an Touristen. Ist halt so ein Lerneffekt nach einem solchen Urlaub. Beim nächsten Mal falle ich darauf nicht rein.

Ko Phi Phi, Thailand (Phi Phi Islands)

Auf Ko Phi Phi angekommen, bespringen dich gleich alle und wollen dir Ihr Hotel, Restaurant oder Taxi-Boot anbieten. Echt nervig und die Angebote solltest du auch nicht annehmen. Auf Koh Phi Phi Don gibt es keine Autos, dementsprechend nur sehr kleine Gassen und keine Straßen. Direkt ums Pier herum sind mehrere Clubs und Bars für die Party-Touristen. Wenn du gegen 3 Uhr gern ein Auge zumachen möchtest, such dir eine Unterkunft weit weg vom Pier. Im direkten Umfeld des Piers ist eh alles deutlich teurer. Wenn du vom Pier aus die Hauptwege nach Osten nimmst und am Wasser lang läufst, macht der Weg nach ca. 10 Minuten einen Linksknick und von dort geht es dann um den Berg auf der Insel herum. Ich hatte dort ein Gästehaus einer Französin gefunden und es war großartig. Einfach, aber preiswert und gemütlich. Es hatte nicht wirklich einen Namen, aber direkt über dem Eingang sind mehrere Holzbalkons und es direkt an einem Knick des Weges. Kann ich sehr weiterempfehlen. Ich bin ganze 4 Tage dort geblieben und die Nacht hat 200 Baht gekostet, also gerade mal 5 EUR.

Von Koh Phi Phi Don werden mehrere Touren angeboten. Es gibt z.B. einen Affenstrand – der größte Unfug auf der Insel. Von Touristen zarm gezüchtete Affen wurden an einem Stück Strand in Mitten von Felsen ausgesetzt, von wo sie nicht wegkommen. Sie klauen den Touris die Wasserflaschen und Plastiktüten. Dementsprechend sieht der Strand dort auch aus. Außerdem gibt es Tagestouren auf die Nachbarinsel Koh Phi Phi Le, wo Leonardo Di Caprio’s “The Beach” gedreht wurde. Von diesem Film zährt dort jeder, der ein Boot hat und Leute rüber fahren kann. Ich war Mitte September dort (Nebensaison) und fand es unangenehm überlaufen. Ich will nicht wissen, was dort in der Hauptsaison los ist. Aber die kleine Bucht ist voller Boote und wirklich schön baden lässt es sich dann dort auch nicht mehr. Die weniger überlaufenen Inseln im Golf von Thailand (Ostküste) kann ich nach dieser Erfahrung mehr empfehlen.

Patong (Ko Phuket), Thailand

 

Patong auf Ko Phuket

Patong auf Ko Phuket

Nach Koh Phi Phi Don ging es mit der Fähre zurück nach Phuket und von dort musste ich ein Taxi nach Patong nehmen, da es keine Busse gibt. Patong ist von allem, was ich nun an der Westküste gesehen habe, das Schlimmste. Ich dachte, Khao Lak wäre die Hochburg des Pauschaltourismus aber Patong toppt das nochmal. Patong ist leider auch der Ort, an dem der Thailand so oft nachgesagte Sextourismus Konjunktur hat. Fette, alte deutsche Säcke mit roter Säufernase sitzen dort mit jungen zarten Thailänderinnen in den Table Dance Bars und stecken den Lady Boys ein paar Baht zu. Ich musste den Weg über Patong nehmen, weil ich von dort einfacher zum Flufhafen konnte. Der Hauptstrand von Patong ist schön und es gibt ein riesiges Einkaufszentrum, was ich in einem derart überschaubaren Ort wirklich nicht erwartet hatte, aber auch hier fühlte ich mich nicht wie in Thailand. An den Geschäften klebt “Wir sprechen Deutsch” und es gibt Erdinger vom Fass. Also, wenn du Thailand kennenlernen willst, mach einen großen Bogen um Patong!

Singapur

Von Phuket bin ich mit Air Asia nach Singapur geflogen und 4 Tage im Inn-Crowd Hostel in Little India abgestiegen. Die Preise sind im Vergleich zu Thailand echt gewöhnungsbedürftig aber Singapur ist auch nicht dafür bekannt, preiswert zu sein.

Singapur bietet neben den aus Reiseführern bekannten Touristenattraktionen wie dem Boat Quay und natürlich dem Marina Bay Sands auch einige Highlights, auf die man nicht so schnell kommt. Ich möchte hier unbedingt das MacRitchie Reservoir nördlich der Innenstadt empfehlen. Singapur bestand einst aus dichtem Regenwald, der mittlerweile fast vollständig abgeholzt ist, hier wurde jedoch noch etwas stehen gelassen. Von der MRT-Station Caldecott (CC17) sind es ca. 15 Minuten Fußweg zum Eingang, wo es Snacks und Schließfächer gibt. Im MacRitchie Reservoir gibt es einen See und um diesen führt ein ca. 11 km langer Wanderweg. Für die Strecke durch den Dschungel benötigt man ca. 4 Stunden, wenn man den sehr empfehlenswerten Umweg über den HSBC Treetop Walk macht. Für mich das Highlight des Weges – eine lange Hängebrücke die den Dschungel überspannt und einen tollen Überblick auf den Park und teilweise Skyline Singapurs hergibt.

Mich faszinieren an Singapur insbesondere zwei Dinge, die auch sehr schnell auffallen: Die Sauberkeit auf den Straßen der Innenstadt, wo nicht nur kein Müll und Dreck zu sehen sind, sondern auch keine heruntergefallenen Blätter der Bäume oder ähnliches. Man könnte eigentlich vom Boden essen, wenn man wollte. Außerdem bemerkenswert ist, wieviele Kulturen auf so kleinem Raum friedlich zusammenleben. Wenn man so durch die Straßen läuft, kommt man innerhalb von 10 – 15 Minuten gern mal an einem buddhistischen Tempel, einer Moschee und dann an einem chinesischen Tempel vorbei. Die kulturelle Vielfalt ist sehr groß, was sich nicht nur in religiösen Orten, sondern auch in der Mentalität und dem Essen widerspiegelt. Insbesondere beim Essen kann man in jedem Stadtteil auf kulinarische Entdeckungstouren gehen. Sehr zu empfehlen sind die sogenannten Food Courts, von denen es einige gibt. Hier kann man in der Regel für unter 6 S$ essen. An den Touristen-Highlights wie dem Boat Quay, kostet ein Teller Spaghetti gut und gerne 30 S$. Zum Zeitpunkt meiner Reise (Mitte September 2012) entsprach 1 S$ ca. 0,60 EUR. Die Food Courts sind auch hinsichtlich der Sauberkeit kein Problem. Die Stände werden für “Food Hygiene” und “Cleanliness” jeweils mit A, B und C bewertet, wobei A für “sehr gut” steht. Diese Zeichen hängen immer sehr gut sichtbar in jedem Restaurant. Ich habe in Singapur nie ein “C” gesehen. Besonders begeistert war ich vom “Lau Pa Sat” im Finanz-Distrikt inmitten der Hochhäuser. Ich hatte dort an einem Stand (einer der, die in der Mitte sind, wo sich alle Straßen sternförmig treffen) sehr viel gemixt (von Fisch über Huhn bis Gemüse) und keine 5 S$ bezahlt und es war großartig. So großartig, dass ich bei einer zweiten Singapur-Reise in 2013 wieder zu diesem Laden zurückkehrte. Ich habe fast das gleiche bestellt und mich schon im Flugzeug aufs Essen gefreut, diesmal hatte ich keine gute Erfahrung und hing die ganze Nacht auf dem Klo. Ich bin aber immernoch davon überzeugt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, sich in Singapur eine Lebensmittelvergiftung einzufangen und rede mir daher ein, dass es ein Sonnenstich war. Ich würde jedenfalls immer wieder dort hin gehen, denn die Läden sind wirklich sauber und man kann dem Koch über die Schulter schauen.

Von Singapur bin ich mit dem Bus nach Malaysia gefahren. Ich wollte erst mit dem Zug fahren, jedoch sind die Zugtickets in Singapur sehr teuer, obwohl die malaysischen Züge fahren. Im Hostel bekam ich einen großartigen Tipp, den ich gern teilen möchte. Und zwar gibt es nahe Little India einen Busbahnhof (Queen St Ter, ungefähr hier), von dort fahren für 2-3 S$ Busse nach Johor Bahru, der ersten malaysischen Grenzstadt. Die Busse fahren über Woodlands zur Grenze, wo man das erste Mal aussteigt um sich den Ausreisestempel von Singapur zu holen, wieder einsteigt und übers Wasser fährt, um dann wieder aus dem Bus auszusteigen und nach Malaysia einzureisen. Ich habe diesen Weg jetzt schon zwei Mal gemacht (auch bei einer zweiten Reise in 2013) und beide Male war genau an diesem Punkt mein Bus verschwunden. Beide Male musste ich ca. 30 Minuten auf einen anderen warten, der mich zum Busbahnhof von Johor Bahru mitgenommen hat. Johor Bahru ist nicht sehenswert, also ab in den nächsten Bus und weiter. Ich bin von hier nach Melaka an der Westküste von Malaysia gefahren. Die Fahrt mit dem Bus dauert ca. 4 Stunden und kostet ca. 20 malaysische Ringgit (ca. 5 EUR).

Melaka, Malaysia

Die Innenstadt von Melaka steht unter Unesco-Weltkulturerbe. Melaka war seinerzeit portugiesische, später niederländische und am Ende der Kolonialzeit britische Kolonie. Die unterschiedlichen europäischen Baustile sind im Stadtbild nicht zu übersehen und im Zentrum dessen steht eine rote niederländische Kirche. Melaka ist interessant und sehr vielseitig, jedoch touristisch insbesondere von Chinesen massiv überlaufen. Die Stadt ist relativ klein und dafür empfand ich es als unangenehm voll (Reisezeit Ende September 2012). Wenn du in Europa bereits herumgekommen bist und eine Windmühle nichts Neues für dich ist, spar dir den Weg nach Melaka, insbesondere, wenn du wenig Zeit hast. Die Historie und das, was man sieht, ist spannend und es ist skuril, viktorianische Bauten in Asien zu sehen. Aber für Chinesen gibt es dort etwas völlig fremdes zu sehen – für Europäer eigentlich nicht.

Demnach bin ich nur einen Tag in Melaka geblieben und am nächsten Tag mit dem Bus nach Kuala Lumpur gefahren, was ca. 5 Stunden dauert.

Kuala Lumpur, Malaysia

Die meisten Busse halten an einem Flughafen-ähnlichen Terminal südlich der Innenstadt mitten im Nichts (Terminal Bersepadu Selatan). Warum ist mir schleierhaft und von dort kommt man auch nur mäßig weg. Es gibt aber Busse, die zu einem Bus Terminal in Chinatown (Puduraya Bus Terminal) fahren, von welchem man sich auch mit den weiteren öffentlichen Verkehrsmittel gut bewegen kann. Um dem vorweg zu nehmen: Dieses Bus Terminal ist auch sehr für die spätere Abreise zu empfehlen. Wichtig: Es gibt viele unterschiedliche Busanbieter und viele fahren die gleichen Touren. Nicht also am ersten Schalter das Ticket zum Ziel kaufen und möglicherweise einige Stunden warten, sondern alle Schalter abklappern und gucken, wer wann zu welchen Konditionen fährt und was für Busse es sind (Klimaanlage besonders wichtig).

Chinatown ist sehr wuselig aber auch sehenswert. Ich war im “The Explorers Guesthouse” in Chinatown, was preiswert und sauber war. Morgens wurde es allerdings sehr laut, da das Gebäude recht offen gebaut ist und der Verkehr morgens sehr stark ist und viel gehupt wird. Drumherum ist aber gut was los und man kann sich viel ansehen, wie die bekannte Einkaufsstraße Jalan Petaling. Nett, aber eben nichts Brauchbares, es sei denn, man sucht eine gefälschte Rolex.

Eine Fahrt auf die Panorama-Etagen der Petronas Towers sollte nicht fehlen. Da diese recht frequentiert sind, muss man ca. 1 Tag im Voraus buchen. Ich empfehle die Zeit um den Sonnenuntergang. Kuala Lumpur, oder auch KL genannt, hat kein richtiges Stadtzentrum, sondern dafür eine recht große Fläche mit kleinen Zentren für sich. Es gibt viele sehr neue und moderne Einkaufszentren und Shopping-Möglichkeiten. Sehr zu empfehlen ist außerdem die Straße Jalan Alor, die sich abends in ein großes Restaurant mit sehr vielfältiger Küche verwandelt.

Ein Besuch in einer der zahlreichen Tempel und Moscheen ist auch empfehlenswert. Insbesondere die Masjid Negara ist von Innen sehr sehenswert. Nach nur zwei Tagen in KL bin ich mit dem Bus in die Cameron Highlands gefahren, was ca. 4,5 Stunden dauerte.

Cameron Highlands, Malaysia

Die Cameron Highlands sind eines der größten Anbaugebiete für schwarzen Tee in ganz Asien. Es ist ein wirklich schöner Anblick, wenn man die Hänge mit den bepflanzten Reihen sieht. Nicht so schön daran ist, dass hier ein sehr großer Anteil Regenwald abgeholzt wurde, um die Teeplantagen anzulegen. Und der Regenwald in Malaysia gehört zum ältesten der Welt. Wer hier her kommt sollte wissen, dass die Region 1.300 – 1.800 m über dem Meeresspiegel liegt und es im Durchschnitt nur 20° C sind. Wer also gerade von einer sonnenverwöhnten Insel kommt, sollte lieber eine Jacke einpacken.

Tanah Rata ist einer der Hauptorte der Cameron Highlands und hier landen auch die Busse. Hostels und Hotels gibt es mehr als genug und diese bieten auch meist Touren durch die Umgebung an. Von Tanah Rata aus starten einige Trails durch den Dschungel, die man am Nachmittag nach der Ankunft noch mitnehmen kann und die in 2 Stunden geschafft sind. Ich hatte für den nächsten Tag eine Tour gebucht, die erst in den Dschungel führte um Rafflesien zu besichtigen (die größten Blumen der Welt), dann in eine Teeplantage, wo man sich den Herstellungsprozess anschauen konnte und später ging es in den Mossy Forest (mosiger Wald) auf einem Berg, der nahezu immer im Nebel liegt (fast 1.800 m hoch). Dieser Moswald ist wirklich anschaulich und cool. Kann ich wirklich empfehlen, mitzunehmen.

Von Tanah Rata fahren auch wieder Busse, vor allem nach Ipoh und von dort weiter in alle Richtungen. Ich bin nach Penang/ Georgetown gefahren, was ca. 4 Stunden gedauert hat.

Georgetown/ Penang, Malaysia

Georgetown liegt an der Westküste Malaysias und hat eine ähnliche Geschichte wie Melaka. Auch hier stehen viele viktorianische Gebäude und man vergisst gerne mal für einen Moment, in Südostasien zu sein. Ich war nur einen Tag dort und auch erst ab dem frühen Nachmittag. Als Erstes musste ich meine Schuhe etwas sauber machen, da diese nach dem Dschungeltrip in den Cameron Highlands auch entsprechend aussahen.

In Georgetown gibt es eine ganz eigene Küche und einige Currys im Penang-Stil. Diese sind nicht ganz so trüb und farbig (im Sinne von rotes/grünes/gelbes Curry) sondern wässriger, dafür aber dank frischen Chilis gern auch feurig. Abends werden in mehreren Straßen Märkte aufgebaut, wo man sich schön durchfuttern kann.

Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Minibus ca. 5 Stunden nach Hat Yai in Thailand und von dort weitere 3 Stunden nach Trang, fast an der thailändischen Westküste.

Trang, Thailand

Trang hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, ist aber eines der Highlights meiner Reise. Mein Lonely Planet für Thailand empfiehlt den Nachtmarkt von Trang als einen den sehenswertesten in Thailand. Da ich die asiatische Küche total mag und in den Wochen meiner Reise schon einiges probiert hatte, wollte ich dort unbedingt hin. Wichtig: Dieser Nachtmarkt ist nur Sonntags. Ich hatte meine Reise in den Tagen davor extra danach ausgerichtet, am Sonntag in Trang anzukommen und deshalb auch am Tag davor den 8-Stunden-Marathon mit Bussen aus Georgetown auf mich genommen.

In Thailand sind die Busse eigentlich ganz ok und es fahren für die Touris auch meist Minibusse herum, die 5 EUR oder so kosten und dann eben nur 7 Leute transportieren. Diese sind meist bequemer und schneller unterwegs. Nach Trang fahren nur wenige Busse am Tag und die sind auch eher aus älteren Tagen. Glücklicherweise hatte ich einen sehr netten und toleranten Thai neben mir, denn ich war für den kleinen Sitz nicht nur etwas zu breit, sondern auch viel zu groß. Meine 2 m waren hier wirklich zu viel und ich konnte meine Beine nicht gerade machen, da der Sitzabstand zu dicht ist. Mein Sitznachbar saß fast im Gang, ich konnte dafür schräg sitzen. Dennoch: Die 3-Stunden-Busfahrt von Hat Yai war gefühlt eine der Längsten!

Direkt am Bahnhof von Trang ist das Sritrang Hotel, in dem ich gegen 15 Uhr eincheckte. Auf dem Bahnhofsvorplatz war nichts los, ich lief dort umher auf der Suche nach einem Geschäft um was zu trinken zu kaufen. Im Hotel habe ich mir einen Roller ausgeliehen und bin umhergefahren auf der Suche nach einem Supermarkt. Hier habe ich dann gemerkt, wo ich eigentlich gelandet bin. An einem Ort, an dem es kaum Touristen gibt. Alle starrten mich an, als wäre ich von einem anderen Planet. Niemand sprach Englisch, um mir zu erklären wo ein Supermarkt ist. Als ich dann jemanden fand, der mir den Weg zu einem Tesco erklärte, war ich erleichtert. Supermarkt war dann aber auch gleich das hiesige Einkaufszentrum, nicht ganz, was ich suchte. Aber der Tesco südlich der Stadt war gut, weil ich gleiche meine malaysischen Ringgit in thailändische Baht tauschen konnte und mir eine neue SIM-Karte fürs iPhone kaufen konnte. Aber auch hier sprach kaum jemand Englisch. Als ich gegen 18 Uhr wieder am Hotel ankam, standen vor dem Bahnhof, wo um 15 Uhr nichts(!) los war, plötzlich Stände, so lang, dass ich das Ende kaum sehen konnte. Als ich gegen 19 Uhr wieder hin ging und es langsam dunkel wurde, waren Sie wieder da – die Blicke, als wäre ich ein Alien. Ich war auf dem Markt der einzige nicht-asiatisch aussehende Mensch und mit meinen 2 m ca. 2 Köpfe größer als der Durchschnitt. Ich konnte den ganzen Markt überblicken und mehrmals wollten Gruppen von Kindern Fotos mit mir machen. Auch auf dem Markt sprach kaum jemand Englisch, ich konnte mich aber mit meinem Reiseführer-Thailändisch ganz gut verständigen. ;-)

Ich habe mich für ca. 3 oder 4 EUR quer über den Markt gefuttert und hatte von Sushi über Currys, frischen Kokosnuss-Shakes und anderem wirklich viel probiert. Am nördlichen Ende des Marktes werden dann eher Klamotten verkauft, aber direkt am Bahnhof und Umgebung – Lecker! Was authentisches lokales Essen angeht, war Trang mein Höhepunkt in 6 Wochen quer durch Südostasien. Wenn Du es einrichten kannst, an einem Sonntag hier einen Stopp einzulegen, wirst Du es nicht bereuen.

Ko Tao, Thailand

Da ich nur für den Nachtmarkt nach Trang gekommen bin, fuhr ich morgens mit dem Tuk-Tuk zum Busbahnhof und von dort schließlich nach Surat Thani (mal wieder). Da ich aufgrund meiner vorherigen Erfahren dort (siehe oben) nicht dort bleiben wollte und die Fähren nach Ko Tao schon weg waren, nahm ich eine Fähre nach Ko Phangan. Am nächsten morgen fuhr ich entspannt nach Ko Tao rüber und dort begannen dann noch mal 5 traumhafte Urlaubstage auf einer paradiesischen Insel mit langen Stränden. Ko Tao ist ein Stückchen Erde von ganz besonderer Anziehungskraft. Die anderen beiden Inseln Ko Samui und Ko Phangan sind touristisch sehr ausgebaut und dort ist die Hölle los. Auf Ko Tao gibt es zwar einen kleinen Ort, aber der ist in 2-3 Minuten abgelaufen. Dafür gibt es viele Tauchschulen, in denen man für ca. 200 EUR seinen Tauchschein machen kann (PADI und SSI). An der Westküste Thailands (Phuket, Ko Phi Phi usw.) kostet dieser gern das Doppelte. Der Tauchschein bedeutet, sich Lehrvideos angucken, im Pool alle möglichen Übungen zu absolvieren und abends Theorieunterricht zu nehmen und Bücher zu lesen, um nach drei Tagen die Prüfung abzulegen. Ko Tao hat eine atemberaubende Unterwasserwelt und ich kann das Tauchen nur empfehlen. Es gibt auch Schnupperkurse, die ohne Tauchschein gemacht werden können. Angst vor dem ersten Tauchgang ist normal, aber dafür macht man diesen mit Profis. Trau dich!

Was mir auf Ko Tao negativ auffiel, ist, dass die Tauchschulen ausschließlich von Europäern, Australiern oder Amerikanern betrieben werden. Thais sind höchstens Bootjungen, da sie sich die Ausbildung zum Dive Master meist nicht leisten können. An der Stelle werden die Thais leider doch ziemlich ausgenutzt, andererseits muss man sagen, dass sich alle Tauchschulen mittlerweile sehr für ein Tauchen einsetzen, das nachhaltig ist. So werden teilweise künstlich angelegte Korallenriffs angefahren um die natürlichen Bestände zu schützen. Auf Ko Tao fließen auch alle Abwässer noch ins Meer, hier tun die Europäer mit einem anderen Verständnis von Umweltschutz aber viel, um Ko Tao als beeindruckende Insel zu erhalten. Die Initiative Save Ko Tao veranstaltet regelmäßige “Clean-up dives”. Die Kosten für den Tauchgang übernimmt die Tauchschule, dafür nimmt man aber ein Netz mit runter und sammelt Müll ein.

Ko Phangan (Full-Moon-Party), Thailand

Ich fuhr schließlich noch mal nach Ko Phangan rüber, um die berühmte Full-Moon-Party mitzunehmen. Für relativ viel Geld, um die 600-800 Baht, nahm ich ein Zimmer ca. 2-3 Minuten Fußweg vom Haad Rin Beach entfernt. Ich will es kurzmachen: Egal wo auf der Welt man Absolut Vodka kauft, dieser hat immer eine Kunststoff-Versiegelung am Deckel, sodass man weiß: ist originalverpackt. Auf der Full-Moon-Party haben die Flaschen stattdessen merkwürdige Steuermarken (nur dort, woanders im 7-Eleven, natürlich mit Versiegelung). Es liegt also nahe, dass die Flaschen mit was auch immer aufgefüllt werden, weshalb dort auch echt viele Leute abstürzen und am nächsten Morgen immernoch am Strand liegen. In der Regel mit leeren Taschen. Dazu kommt, dass der Strand mit zunehmender Uhrzeit eine öffentliche Toilette ist und nun ja, als Berliner ist man ja auch verwöhnt was elektronische Musik angeht, die Musik ist auch nur okay. Das Einzige, was an der Full-Moon-Party beeindruckt, ist der Vollmond über die Bucht. Alles andere ist eklig. Es gibt deutlich coolere Parties auf der Welt.

Von Ko Phangan reiste ich dann mit der Fähre wieder ab. Der Eindruck der Full-Moon-Party ist einseitig, aber dennoch hat mich Ko Tao sehr in seinen Bann gezogen. Als ich mit der Fähre abreiste, war es komisch, die kleine Insel am Horizont verschwinden zu sehen. Nach Ko Tao muss ich unbedingt noch mal zurückkehren.

Ich fuhr nach Surat Thani (mal wieder) und von dort mit einem Bus zum Flughafen. Ich hatte es schon kurz erwähnt; aber auf dieser Tour etwas sehr eigenartiges erlebt. Surat Thani und den Flufhafen verbindet nur eine Straße. Die Strecke von 30 km hat fast 2 Stunden gedauert, da der Bus in die tiefste Pampa zu einem Restaurant fuhr und wir dort erstmal fast eine Stunde standen. Warum? Damit das Restaurants, was scheinbar zur gleichen Firma gehört, Umsatz macht. Surat Thani ist, was diese Tricks zum Geld verdienen angeht extrem nervig. Man kann leider keinen wirklichen Bogen drumherum machen, da die Fähren dort halten und letzten Endes alles durch organisiert ist. Es gibt eben nur eine Fähre und einen Bus und aus der Nummer kommt man nicht so richtig raus. Eine Taxi-Fahrt entspricht dann schon fast dem Flugticket und das muss auch nicht sein.

Vom Flughafen Surat Thani flog ich mit Air Asia nach Bangkok. Es war bereits Oktober und Air Asia fliegt nun leider nicht mehr den Suvarnabhumi Airport an, sondern fliegt zum Don Muang Airport nördlich von Bangkok. An und für sich ist der Flughafen nicht weit draußen, aber quasi nicht angebunden. Die Züge fahren nur alle Stunde und die Busse sind nicht die klimatisierten modernen Innenstadtbusse sondern kleine und hoffnungslos überfüllte Vorstadtbusse. Ich habe 1,5 Stunden versucht dort wegzukommen und keine Möglichkeit gefunden. Ich musste dann also ein Taxi nehmen und habe mich zur ersten SkyTrain-Station bringen lassen, um ins Hotel zu fahren.

Bangkok, Thailand

 

Suppe "Tom Kha Gai"

Meine letzte Mahlzeit in Bangkok nach 6 unvergesslichen Wochen: Suppe “Tom Kha Gai”

Mein letzer Urlaubstag. Mein letzter Abend in Bangkok. Ich habe mir hier als Abschluss ein 5-Sterne-Hotel gegönnt. Sicherlich nicht das Herausragendste der Stadt, aber schon schön. Es war nicht teuer, dennoch hat man mich an der Rezeption etwas verdutzt angeguckt. Denn meine 6 Wochen quer durch Südostasien waren auch ein kleines Selbstexperiment: Wie sehe ich eigentlich mit Bars aus? Ich stand dort also, mit einem wuschigen Vollbart, die Schuhe waren von den vielen Dschungeltouren doch noch etwas mitgenommen und meinem großen Rucksack und die Dame an der Rezeption wiederholte mehrfach den Zimmerpreis. Ich schob bei jedem Mal nett lächelnd meine VISA-Karte näher über den Tresen und irgendwann hat sie diese auch genommen. Ich sah wohl nicht so aus, wie der typische Gast des Hauses.

Meine letzte Tom Kha Gai, mein letztes Chang, meine letzte Tuk-Tuk-Fahrt. All das, aber definitiv nicht zum letzten Mal in meinem Leben. Thailand hat mich aufgrund der Freundlichkeit der Menschen, der Kultur, atemberaubender Natur und Landschaft, dem tollen Essen und der einfachen und (für unsere Verhältnisse) preiswerten Möglichkeiten sich fortzubewegen und eine Unterkunft zu finden, zutiefst fasziniert. In 6 Wochen habe ich per Flugzeug, Zug, Fähre, Bus und Minibus ca. 2.500 km zurückgelegt. Inklusive der Flüge aus Deutschland hat mich der ganze Trip ca. 2.500 EUR gekostet und, wer komplett gelesen hat liest es raus, ich habe nichts ausgelassen. Ich habe alles mitgenommen, was ich mitnehmen konnte. Inbegriffen sind Tauchschein, alle Dschungeltouren, übliche Touri-Attraktionen und so weiter.

Man kann hier auch deutlich preiswerter Urlaub machen aber ich wollte mir etwas gönnen. Daraus wurde ein unvergesslicher Trip voller Eindrücke und Erlebnisse, die ich nie vergessen werde.

Was ich zu einer solchen Tour empfehlen kann:

 

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