So, oder so ähnlich dürfte die Schlagzeile der übermorgen erscheinenden Bild am Sonntag aussehen, wenn die Redakteure dem Vorbild Deutschlands Politiker folgen.
Dass der finnische Handyhersteller gerade ein bisschen Alarm macht, bezüglich der hohen Produktionskosten sollte ja niemandem entgangen sein, aber, dass jetzt ausgerechnet deutsche Politiker anfangen einen auf NOKIA-Boykott zu machen, hätte ich nicht erwartet.
Da erkennt die Zeit heute als einzige Onlineplattform, wie albern das eigentlich ist und meldet:
Peter Struck schafft sein Nokia-Handy ab, Horst Seehofer tut es ihm gleich. Man könnte weinen über soviel Hilflosigkeit. Oder vor Wut schnauben wegen des Sarkasmus, den man vermuten könnte, liest man die Begründung des christsozialen Verbraucherministers: Er wolle dies aus Solidarität mit den Beschäftigten des vor der Schließung stehenden Bochumer Handy-Werks tun, sagt Seehofer. SPD-Fraktionschef Struck nennt die Werkschließung sogar eine “Riesensauerei”. Und was tun sie weiter? Nichts. Und ihre Handys sind ohnehin längst bezahlt.
Reuters legt nach und meldet:
Aus Protest will Verbraucherschutzminister Horst Seehofer sein Nokia-Handy zurückgeben. Ob dies möglich sei, prüfe sein Haus, sagte Seehofer.
Und auch Spiegel Online hat noch was zu sagen:
Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) folgte prompt dem Beispiel: Auf der Grünen Woche in Berlin präsentierte er sich am Freitag Handy-frei. “Aus Solidarität mit den Arbeitnehmern muss man solche Signale setzen”, sagte der CSU-Politiker.
In Folge dieser Debatte sah sich nun auch noch das Onlineportal von N.TV genötigt eine Umfrage zu starten, ob man aus Gründen der Solidarität mit den NOKIA-Mitarbeitern sein Handy wegwerfen solle, das Ergebnis liegt aktuell bei 80% die ihr Nokiahandy sofort im Klo versenken, bei 7.470 Stimmen. Na wer hätte das gedacht?
Dann werden ja morgen sicher wieder alle Mobilfunkshops in allen Einkaufszentren dermaßen Umsatz machen, dass SonyEricsson, Siemens und andere nahmhafte Handyhersteller in Lieferengpässe geraten und die Produktion nur mit neuem Personal aufrecht erhalten können, welches ja neuerdings in Bochum quasi auf der Straße liegt. Und das alles verdanken wir dem Engagement unserer handylosen Bundesminister, die offenbar vergessen, dass der Normaldeutsche keine 12.000 EUR im Monat überwiesen bekommt.